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von Dr. Leonard Fuhry
veröffentlicht am 29.03.2016

Dr. Leonard Fuhry, Oberarzt in der Neurologischen Abteilung am Klinikum Ingolstadt, beschreibt, wie in seiner Organisation der Outcome bei akuten Schlaganfallpatienten durch die Integration und Verbindung wichtiger Patientendaten über 15 Krankenhäuser im ländlichen Bayern verbessert wurde. 

 

Die Behandlung des akuten Schlaganfalls hat sich in den letzten zehn Jahren dramatisch verändert. Mittlerweile kann eine spezifische Therapie innerhalb der ersten Stunden nach Beginn des Schlaganfalls eingeleitet werden.Zwar ist die systemische Thrombolyse leicht zu handhaben, jedoch sollte die Indikation von einem erfahrenen Neurologen gestellt werden. Und zweifelsohne ist es auch wichtig, diejenigen schwer betroffenen Patienten schnell zu identifizieren, die von einer mechanischen Thrombektomie profitieren würden.Um der Herausforderung zu begegnen, diese Behandlungen nicht nur für die Bevölkerung in Ballungsräumen mit spezialisierten neurologischen Stroke Units, sondern auch für Patienten in ländlichen Gebieten zugänglich zu machen, wurden Schlaganfall-Netzwerke geschaffen.

Die Notwendigkeit schneller, standardisierter und sicherer Kommunikation 

 Das Klinikum Ingolstadt ist eines von drei zentralen Krankenhäusern, die im Schlaganfall-Netzwerk „Nevas“ 15 kommunale Krankenhäuser in ländlichen bayerischen Bezirken während der akuten Schlaganfallbehandlung beraten. Da im Rahmen der Behandlung eines akuten cerebralen Geschehens der Grundsatz „Time is Brain“ (Zeit ist Gehirn) gilt, muss die Kommunikation schnell, standardisiert und sicher sein.Ein bildgebendes Verfahren (zum Beispiel ein CT) wird in der Regel frühzeitig in der Diagnostik des Schlaganfalls durchgeführt. Das bedeutet, dass sowohl die Patientendaten als auch die Bilder den beratenden Krankenhäusern zur Verfügung gestellt werden müssen. Aus diesem Grund haben wir entschieden, die administrativen Daten im DICOM-Header zu verschicken, der immer zusammen mit den Bildern gesendet wird.

Die Entwicklung einer elektronischen Fallakte für das Schlaganfall-Netzwerk 

 Basierend auf einer Cerner Soarian® Integrated Care Lösung, die vor kurzem am Klinikum Ingolstadt eingeführt wurde, entwickelten wir eine elektronische Fallakte für das gesamte Schlaganfall-Netzwerk. Die Fallakte enthält CT-Bilder, die von den kommunalen Krankenhäusern angefertigt wurden und ein strukturiertes PDF-Formular zur Dokumentation.Um den administrativen Aufwand während der Notfallsituation zu minimieren, werden die Fallakte und vorausgefüllte Formulare automatisch generiert, sobald DICOM-Bilder auf den Server des Klinikums Ingolstadt übertragen werden. Gleichzeitig werden Benachrichtigungen in den Arbeitslisten des anfordernden und der beratenden Krankenhäuser erstellt. Auf diese Weise können Konsilanfragen und die Dokumentation der Empfehlungen des beratenden Neurologen innerhalb von wenigen Minuten abgeschlossen werden. Dadurch verringert sich die Zeit, die vergeht, um spezifische Therapiemaßnahmen im optimalen Zeitfenster zu beginnen, was letztlich die Ergebnisse bei den Patienten verbessert.

Dieser Blog wurde geschrieben von Dr Leonard Fuhry, Oberarzt an der Neurologischen Abteilung des Klinikums Ingolstadt.