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Die Kliniken Mühldorf am Inn auf dem Weg zur Gesundheit 4.0

von Norbert Neumann
veröffentlicht am 01.04.2019

Die Kliniken Mühldorf am Inn auf dem Weg zur Gesundheit 4.0

Das Klinikum Mühldorf arbeitet kontinuierlich am Ausbau seiner IT-Infrastruktur. In insgesamt fünf Stufen will man in Zusammenarbeit mit Cerner eine mindestens 90-prozentige Digitalisierung des Hauses umsetzen. Dabei blickt man auch über die Krankenhausgrenzen hinaus, z. B. indem eine Patienten-App angeboten wird. Auch zukünftige Entwicklungen behält man bei der Projektplanung im Auge. So spielen Überlegungen in Hinblick auf eine IHE-Infrastruktur durchaus eine Rolle, auch wenn dafür die Zeit aktuell noch nicht reif ist.

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„Das Gesundheitswesen in Deutschland liegt im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen bei der Digitalisierung weit hinten.“ Ulrich Hornstein, Geschäftsführer der Kliniken Mühldorf am Inn, lässt sich dadurch allerdings nicht aus der Ruhe bringen. An dem 275-Betten-Haus hat man das Thema schon länger im Blick.

Parallel laufende Projekte auf dem Weg zur Digitalisierung 4.0

Dabei fährt man in Mühldorf durchaus mehrgleisig: „Man muss schauen, welche IT-Projekte wirklich Nutzen bringen, wie sie ineinandergreifen und wie man die vorhandenen Ressourcen bestmöglich nutzen kann“, erklärt Dr. Füchsl, der als internistischer Oberarzt IT-Projekte in den Kliniken begleitet. Somit konzentriert man sich in Mühldorf nicht nur auf interne Projekte, sondern blickt auch über die Krankenhausgrenzen hinaus: Im Rahmen der Entscheiderfabrik, einer Initiative zur Förderung der Digitalisierung im Gesundheitswesen, beteiligten sich die Kliniken Mühldorf zusammen mit anderen Krankenhäusern schon 2017 an dem Projekt „Digitalisierung 4.0: Übernahme von Patientendaten aus Apple HealthKit und Apple CareKIT“. Ziel war es, Smartphone-Apps für die Kommunikation mit Patienten zu nutzen und Informationen in das KIS medico® von Cerner übernehmen zu können.

Schon heute unmittelbarer Nutzen für Patienten und medizinisches Personal

„Unsere Patienten können sich die App auf ihr Smartphone herunterladen“, erläutert Dr. Füchsl. „Die App ist vielseitig nutzbar: Sie können Gesundheitsinformationen, wie z. B. regelmäßig gemessene Werte über Blutdruck oder Blutzucker dort erfassen oder ein Tagebuch bei Refluxerkrankung führen. Diese Informationen können dann in medico in die elektronische Patientenakte hochgeladen werden und stehen dem Arzt somit jederzeit zur Verfügung. Was früher ein kleines Büchlein war, das der Patient zum Behandlungstermin mitgebracht hat und in das der Arzt nur kurz hineinsehen konnte, ist jetzt wesentlich komfortabler und fester Bestandteil der Patientenakte. Dies bringt Erleichterung in Diagnostik und Verlaufsbeurteilung. Der Patient wird zudem im Selbstmanagement unterstützt.“ Und er fügt hinzu: „Aktuell können wir die vom Patienten erfassten Informationen in etwa so, wie wenn wir ein Papierdokument als PDF einscannen, in medico hinterlegen und mit der entsprechenden Patientenakte verknüpfen. Eine weitergehende Integration ist (noch) nicht implementiert. Der Nutzen für Patienten und Ärzte scheint jedoch bereits jetzt da zu sein. Für uns ist die Anbindung von Patienten via App allerdings noch im Versuchsstadium, in dem wir Erfahrungen sammeln.“

Projektideen genau prüfen

Gerade bei einem Vorgehen wie in Mühldorf, bei dem die digitale Infrastruktur nicht nur linear aufgebaut wird, sondern auch schon weiterführende Projekte parallel laufen, ist Augenmaß wichtig, wie Ulrich Hornstein darlegt: „Man muss aufpassen, sich nicht zu verzetteln und jedes Projekt prüfen. Digitalisierung ist ein strategischer, komplexer, fließender Prozess. Erfahrung, solide Planung und Abstimmung sind ein Schlüssel zum Erfolg. Denn darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Themen wie Interoperabilität und Kommunikation der IT-Systeme.“ Dabei spielen auch Überlegungen zu einer IHE-Infrastruktur eine Rolle, wobei insgesamt noch etwas Grundlagenarbeit erforderlich ist.

Gleichzeitiger Ausbau der internen IT-Infrastruktur

Auch innerhalb des Krankenhauses tut sich einiges, wie Ulrich Hornstein erklärt: „Wir sind kontinuierlich dabei, unsere hausinterne digitale Infrastruktur auszubauen. Unser Ziel ist ein weitgehend digitales Krankenhaus, damit die Informationen, die wir aus verschiedenen Quellen erhalten – zum Beispiel über die Patienten-App – reibungslos fließen können.“ Um diese Entwicklung gezielt voranzutreiben, startete der Geschäftsführer ein Digitalisierungsprojekt mit Cerner, das in fünf Stufen zu einem mindestens 90-prozentigen Digitalisierungsgrad führen soll. „Ein Haus unserer Größe hat begrenzte Ressourcen, gleichzeitig sind die Investitionen, die bei einem derartigen Projekt getätigt werden, nicht unerheblich. Für uns bedeutet das: Wir brauchen einen starken und zuverlässigen Partner, der uns mit Support und Dienstleistungen unterstützt und auf den wir uns wirklich verlassen können. Cerner bietet uns all das – neben echter Wertschätzung für uns als Kunden, was ebenfalls sehr wichtig ist.“

Von Cerner als erfahrenem Partner profitieren

„Digitalisierung um der Digitalisierung willen macht keinen Sinn. Man muss das Gesamtbild sehen, die Abläufe verstehen und die Prozesse anpassen. Deswegen ist es so wichtig, die Mitarbeiter mitzunehmen und einen erfahrenen Partner an der Seite zu haben, der in diesen Bereichen viel Erfahrung mitbringt. Natürlich kennen wir unsere Abläufe am besten. Aber veränderte, digitale Prozesse sind auch für uns Neuland. Da ist es gut, wenn erfahrene Mitarbeiter von Cerner uns dabei unterstützen, neue, sinnvolle Workflows zu erstellen“, so Ulrich Hornstein. In Mühldorf am Inn ist man auf diese Weise auf einem guten Weg, in absehbarer Zeit nicht nur ein digitales Krankenhaus zu sein, sondern Gesundheit 4.0 zu leben.