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DRG-Kodierung aus Leidenschaft

von Cerner Corporation
veröffentlicht am 19.09.2019

Das Klinikum Landshut setzt auf MetaKIS als lernendes System – mit breitem Erfolg

Am Klinikum Landshut wird MetaKIS durch die einfache Programmierung eigener Regeln als lernendes System kontinuierlich verbessert. Erfahrungen des Kodierpersonals in der Kodierung komplexer Fallkonstellationen können so in die Lösung eingegeben und allgemein genutzt werden. Das verbessert nicht nur Kodierqualität und Erlöse, sondern hilft auch bei der Vorbereitung von MDK-Prüfungen, bei denen durch eine klare Argumentation und durchgängige Dokumentation rund 75 Prozent der Prüffälle zugunsten des Klinikums entschieden werden. Gleichzeitig wird die Motivation des klinischen Personals, auf abrechnungsrelevante Details zu achten, durch die Nutzung von MetaKIS in Schulungen erhöht.

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Mit dem DRG-System ist es ein wenig wie mit diesem legendären Getränk, dem schottischem Whisky: Man mag es oder man mag es nicht. Für viele Kliniker ist das Kodieren von DRGs eine lästige Pflicht. Andere Menschen sind von der Systematik dahinter fasziniert und beginnen irgendwann, sich immer intensiver damit zu beschäftigen.

Zu dieser Gruppe ist sicher auch Manuel Kirschner zu zählen. Der gelernte Krankenpfleger ist am Klinikum Landshut seit gut drei Jahren als Kodierassistent tätig und ist im Laufe der Zeit immer weiter in die Tiefen der Abrechnungsalgorithmen eingetaucht. „Ich bin zuständig für eine Innere Abteilung und muss Fälle aus der Gastroenterologie, Diabetologie und Nephrologie bearbeiten. Das sind teilweise sehr komplexe Kodierungen, bei denen schon Details einen großen Erlösunterschied machen können. Das wurde mir vor allem auch dadurch bewusst, dass ich schon recht früh MDK-Begehungen mit begleiten musste und so auch einen Eindruck davon bekam, wie komplex das DRG-System tatsächlich ist. Andererseits habe ich durch die Arbeit mit dem Kodiertool MetaKIS von Cerner auch gelernt, dass es nicht nur um die Kodierung als solche, sondern auch um eine kodierrelevante Dokumentation und auch die richtige Anwendung der Kodierregeln geht. Also habe ich angefangen, mich intensiver mit dem DRG-System, aber auch den Möglichkeiten von MetaKIS zu beschäftigen.“

Erlösrelevante Details erkennen und Wissen weitergeben

Der breite Funktionsumfang des Tools kam dem Kodierassistenten dabei entgegen: „Ich habe mir eigene Ansichten in MetaKIS erstellt, um verschiedene Analysen durchzuführen und Zusammenhänge besser zu erfassen. Es gibt im DRG-System viele verschiedene Einflussgrößen, die alle Auswirkungen auf das Ergebnis und damit die Erlöse haben.“ Dann entdeckte Manuel Kirschner den Regelmanager von MetaKIS für sich.

Dieser ermöglicht es, Parameter zu definieren und eigene Vorgaben in dem Kodiertool abzuspeichern, in MetaKIS also neue Funktionen selbst zu programmieren. „Die Kodierung von Routinefällen lernt man recht schnell. Aber je komplexer der Fall, desto wahrscheinlicher ist es, dass Konstellationen auftreten, die erlösrelevant sind und die man übersieht“, erläutert Manuel Kirschner. „Hinzu kommt, dass manche erlössteigernde Faktoren schon dem behandelnden Arzt oder Pfleger bekannt sein müssen, damit er sie berücksichtigt bzw. explizit dokumentiert.“ Das gilt beispielsweise bei Diagnosen und Therapien, deren Grundlage Labordaten sind. Manuel Kirschner nennt ein Beispiel: „Ein zu niedriger Kaliumwert kann in bestimmten Fallkonstellationen durchaus erlösrelevant sein. Die Voraussetzung dafür ist aber auf jeden Fall, dass er auch behandelt wird und eine Dokumentation erfolgt. Es geht also nicht nur darum, solche Sonderkonstellationen zu erkennen und zu kodieren, sondern auch darum, dass das medizinische Personal schon im Rahmen der Behandlung darauf hingewiesen werden kann, dass so ein Fall vorliegen könnte und auf eine entsprechende Dokumentation geachtet wird. Ich hatte einmal einen Fall, in der eine Hypokaliämie rund 5.000 Euro Mehrerlös brachte. Da setze ich mich dann gerne hin, um eine Regel zu formulieren, die auf ein solches Potenzial hinweist, damit vermeintliche Kleinigkeiten wie die Gabe von Kalium auch sauber dokumentiert werden.“

Mit einfach zu erstellenden Regeln komplexe Sachverhalte abbilden

Zwar sind viele Hinweise und Regeln in MetaKIS bereits hinterlegt, aber bei der Komplexität von medizinischen Behandlungsfällen ist es durchaus sinnvoll, zusätzliche Regeln für das Klinikpersonal anzulegen. Zumal der Aufwand dafür minimal ist: „Nachdem man sich damit vertraut gemacht hat, ist die Definition von eigenen Regeln in MetaKIS eigentlich ganz einfach. Und einmal programmiert, wird sie angewandt, bis sie deaktiviert wird. Man kann – was durchaus sinnvoll ist – MetaKIS als lernendes System nutzen.“ Oft geht es dabei um Details, die in einem Gesamtbild interpretiert werden müssen, wie Manuel Kirschner an einem anderen Beispiel erklärt: „Nehmen wir die Sepsis. Hier spielen Laborwerte für die korrekte Kodierung eine besonders große Rolle. So macht beispielsweise das Vorliegen einer metabolischen Acidose einen Unterschied und auch ein pathologischer Base Excess, der eine Organkomplikation darstellt, wird gerne übersehen. Im Resultat machen diese Faktoren aber den Unterschied zwischen der Kodierung als Sepsis oder der als Harnwegsinfekt aus – mit entsprechender Auswirkung auf die Erlöse.“

MDK-Prüfungen einfach vorbereiten und für sich entscheiden

Die Sicherung einer aufwandsgerechten Vergütung ist allerdings nur ein Aspekt, der Manuel Kirschner umtreibt. Für ihn ist eine korrekte Kodierung auch eine Frage der Qualitätssicherung: „Die Kodierungen sollen die zugrunde liegenden Fälle möglichst genau abbilden. Das ist nicht nur für die Vergütungen wichtig, sondern auch für andere Statistiken und Auswertungen, für die sie herangezogen werden. Je höher die Kodierqualität, desto genauer ist auch das Bild dessen, was an Leistungen erbracht wird. Dieses Wissen ist beispielsweise bei Planungen oder Budgetverhandlungen hilfreich.“

Entsprechend bietet Manuel Kirschner seine Programmierungen auch den Kollegen anderer Abteilungen an: Er steht im regelmäßigen Austausch mit den Kodierfachkräften seines Hauses und hat in MetaKIS auch schon Regeln im Bereich PKMS oder Organtransplantationen gestaltet. Das macht sich auch bei den wöchentlichen MDK-Sitzungen bemerkbar, bei denen – je nach Fachabteilung – üblicherweise 15 bis 25 Fälle verhandelt werden: „MetaKIS erleichtert die Argumentation, indem es die Kodieralgorithmen transparenter macht. Gerade bei eher schwammig formulierten Anfragen erkennt man schnell, worauf die beantragende Krankenkasse vermutlich hinauswill. Außerdem gibt MetaKIS im Vorfeld Hinweise auf medizinisch vielleicht nicht unbedingt notwendige, aber erlösrelevante Dokumentation, die den Nachweis über erbrachte Leistungen oder Diagnosen deutlich erleichtert. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass mittlerweile rund 75 Prozent der geprüften Fälle für uns entschieden werden. Das ist eine sehr gute Quote.“

Das Bewusstsein schärfen – höhere Motivation erreichen

Und auch abseits des reinen Kodierbetriebs nutzt Manuel Kirschner das Tool gerne: Bei Schulungen ist es dank der ausgeprägten Geschwindigkeit, mit der MetaKIS Kodiervarianten berechnen kann, und durch die transparente Darstellung leicht, verschiedene Kombinationen und ihre Auswirkungen auf die Erlöse zu demonstrieren. „Kodierung und die dazugehörige Dokumentation sind für medizinisches Personal oft ein kleines Reizthema“, lächelt der gelernte Krankenpfleger. „Verständlicherweise, denn man will ja für die Patienten da sein und nicht für Verwaltungsarbeit. Aber wenn die Kollegen erst einmal sehen, was für Auswirkungen es auf die Finanzierung unseres Krankenhauses haben kann, wenn Kleinigkeiten nicht dokumentiert oder Kodierungen nicht detailliert sind, entsteht schnell ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer adäquaten Verschlüsselung und Dokumentation. Das ist gerade bei einer fallbegleitenden Kodierung sehr wichtig. Denn durch die so verwirklichten Erlöse wird die Arbeit am Patienten finanziert. Man kodiert und dokumentiert also nicht für den MDK, sondern dafür, dass das Krankenhaus sich auch morgen noch finanziell trägt und die Patienten wohnortnah eine gute Versorgung bekommen.“

Auch so kann man – nicht nur bei schottischem Whisky – auf den Geschmack kommen.


Wollen Sie mehr über unsere Lösung MetaKIS erfahren? Dann besuchen Sie uns vom 09. – 11. Oktober 2019 beim 19. Herbstsymposium der DGfM in Frankfurt am Stand der Meta IT und Cerner im Raum Gold.

Wenn Sie sich vorab zum Thema MetaKIS informieren möchten, finden Sie auf unserer Homepage mehr Details über MetaKIS. Weitere Informationen direkt zum 19. Herbstsymposium der DGfM finden Sie auf der Homepage des Veranstalters.

Vortragstipp für den 09. Oktober 2019 / 13.45 Uhr:

MetaKIS ist ein Tool zur Optimierung von DRG-Erlösen, welches online datenumfangreiche und tagesaktuelle Auswertungen auf Basis der § 21 Daten mit eigenem zertifizierten Grouper präsentiert.

Kernfunktionen sind unter anderem:

  • Soll‐Ist-Leistungsvergleich der wirtschaftlichen Erfolgskennzahlen wie z.B. Verweildauer mit Vorjahres- und Planzahlen
  • Budgetplanungen
  • Darstellung der Qualitätsindikatoren aller Patienten
  • Jahresvergleich sowie Errechnung der Katalogeffekte und DRG-Fallwanderungen

Die Lösung MetaKIS ist unabhängig vom eingesetzten Krankenhausinformationssystem (KIS) verfügbar und löst komplexe Auswertungen in Sekundenschnelle.

Vortragende:

Ekhard Wille
Leitung Medizincontrolling, Krankenhaus St. Adolf-Stift, Reinbek

Christian Köhl
Leitung Vertrieb, Cerner Health Services Deutschland GmbH, Erlangen

 

Foto: ©iStock