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generationenwechsel 25 jahre ishmed

von Norbert Neumann
veröffentlicht am 06.08.2019

Eine Erfolgsstory geht in die nächste Runde

Die IT-Welt ist schnelllebig. Wenn eine Lösung sich in diesem Bereich ein Vierteljahrhundert auf dem Markt behaupten kann, ist das an sich schon bemerkenswert. Zu einer echten Erfolgsstory wird es allerdings, wenn eine sehr spezielle Software wie ein KIS als Zwischenbilanz mehr als 600 zufriedene Kunden weltweit vorweisen kann und seine Präsenz im Markt weiter ausbaut.

Eine solche Lösung ist das Krankenhausinformationssystem i.s.h.med® von Cerner, das in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert. Von Anfang an dabei – und damit sozusagen Geburtshelfer – waren Karin-Marie „Katharina“ Tretter, Senior Director Strategic Global Alliances, und Stefan Radatz, General Manager Cerner Germany & Austria, Central & Eastern Europe, die aus diesem Anlass einen Blick zurück, vor allem aber auch nach vorne werfen.

Lesedauer des gesamten Beitrags ca. 4 Minuten. Lieber später in Ruhe lesen? Laden Sie HIER die PDF-Version herunter.


Nahtlose Integration von Administration und Klinik

Anfang der 1990er Jahre entwickelte SAP® in Ergänzung zu seinen branchenunabhängigen ERP-Produkten für den Bereich Gesundheitswesen eine Lösung zur Administration und Abrechnung von Patienten im Krankenhaus, die 1992 unter dem Namen IS-H bereitgestellt wurde. Rasch wurde klar, dass im Markt zusätzlich eine Lösung für die klinische Patientenversorgung gewünscht wurde, die tief in die SAP-Welt integriert sein sollte.

SAP entschied sich, diesen Part nicht selbst zu liefern, sondern nach Partnern zu suchen, die Erfahrungen mit klinischen Anwendungen vorweisen konnten. In den Firmen GSD in Berlin und EDVg in Wien wurden die passenden Partner gefunden, die 1994 begannen, eine komplett neue Patientenakte auf der SAP® R/3-Umgebung aufzubauen. Die Daten- und Prozessintegration über alle Bereiche des Krankenhauses von der Materialwirtschaft, dem Finanzwesen und dem Controlling, der Patientenabrechnung und -verwaltung bis hin zu den klinischen Prozessen war dabei eine wesentliche Anforderung und zu jener Zeit einmalig.

Ebenfalls war gesetzt, dass die Lösung über Deutschland und Österreich hinaus Einsatz finden sollte und so erfolgte 1996 der Markteintritt von i.s.h.med nahezu gleichzeitig bei Kunden in Deutschland, Österreich und in den Niederlanden. Der weitere Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: In den nächsten Jahren fand die Lösung kontinuierliche Verbreitung im internationalen Markt. So wurde i.s.h.med bereits Ende der 1990er Jahre auch in Spanien, Lateinamerika, Israel, Singapur und sogar in Neuseeland in Krankenhäusern implementiert.

Unter einem Dach

Die Expansion hatte allerdings auch ihre Kehrseite: Die GSD als kleines Unternehmen kam zunehmend an die Grenze ihrer Möglichkeiten. Die Partnerunternehmen hatten zudem eine verstärkt unterschiedliche Ausrichtung, sodass die Geschäftsleitung mit dem Eigentümer beschloss, die GSD zu veräußern. Siemens Health Services erhielt 2007 schließlich den Zuschlag. „Für die weitere Entwicklung war das ein sehr positiver Schritt“, so Karin- Marie Tretter. Denn Siemens erwarb nicht nur die Anteile, die unsere Partnerfirma hielt, übernahm die Mitarbeiter und brachte so die Entwicklung unter ein Dach, sondern verfügte auch über ein internationales Vertriebsnetz mit Erfahrungen und Kenntnissen im Gesundheitswesen. Dies und der 2009 abgeschlossene Reselling-Vertrag mit SAP ermöglichten es, zahlreiche weitere Märkte zu erschließen. In Folge wuchs die Kundenbasis kontinuierlich – eine Entwicklung, die bis heute anhält.

Neue Perspektiven

Mit der Übernahme des Unternehmensbereichs Siemens Health Services durch die Cerner Corporation im Jahr 2015 ergaben sich neue Perspektiven. „Cerner als erfolgreiches, weltweit agierendes und auf Healthcare IT spezialisiertes Unternehmen verfügt über eine entsprechend tiefe Expertise und ein breites Portfolio von Lösungen und Dienstleistungen für die medizinische Versorgung, die nun auch den i.s.h.med-Kunden zur Verfügung gestellt werden konnten“, erklärt Stefan Radatz. Darüber hinaus fügte sich i.s.h.med sinnvoll in das bestehende Portfolio ein: Millennium® und i.s.h.med auf globaler Ebene ergänzen sich mit starken lokalen Lösungen hinsichtlich Zielgruppen und Märkten und tragen damit seitdem gemeinsam zum weltweiten Wachstum von Cerner bei.

Globale Präsenz in einem hochspezialisierten Umfeld, in stark unterschiedlichen Gesundheitssystemen mit aus- geprägten Regularien lässt sich nicht ohne lokal agierende, qualifizierte Partner erfolgreich realisieren. Daher platzierte Cerner 2018 ein eigenes Partnerprogramm für die Implementierungs- und Lösungspartner von i.s.h.med. Dieses bietet den Partnerunternehmen verschiedene Qualifizierungsmöglichkeiten, die in entsprechende Zertifizierungslevel münden. „Auf diese Weise können sich die Unternehmen als von Cerner anerkannter Partner im Markt differenzieren. Gleichzeitig profitieren die Kunden von mehr Transparenz über den Leistungsstand der verschiedenen Anbieter. Das hohe Interesse am Cerner i.s.h.med Member Program bestätigt nachdrücklich diese Entscheidung“, so Karin-Marie Tretter.

Tretter ishmed blog

Karin-Marie Tretter
Senior Director Strategic Global Alliances,
Cerner Germany

 

An der Schwelle zur nächsten Generation

Als führender IT-Hersteller unterzieht SAP seine Technologie und Plattformen kontinuierlichen Neuerungen, die i.s.h.med wiederum in den Weiterentwicklungen und Überarbeitungen immer konsequent nutzte und nutzt. Damit haben die Anwender den Vorteil, auf einer zuverlässigen Basistechnologie nahezu nahtlos neue Funktionalitäten, smarte Oberflächen und Workflows implementieren und ausrollen zu können.

Die Dynamik der Entwicklungen in der IT der letzten Jahre mit substanziell neuen Ansätzen wie mobilen Anwendungen, Cloud Computing oder dem Internet of Things, aber auch der Wunsch nach mehr Best-Practice- Standards im medizinischen Umfeld führten Cerner zu der Frage, wie die weitere Entwicklung von i.s.h.med grundsätzlich zu gestalten sei.

Nach intensiven Gesprächen mit SAP gelangte Cerner zu der Überzeugung, in der SAP-Cloud-Plattform die richtige Grundlage für eine zukunftsweisende Neuausrichtung von i.s.h.med zu finden. Mit der Entscheidung von SAP, die Patientenadministration komplett neu auf dieser Plattform zu entwickeln, waren die Weichen gestellt: Eine langjährige, erfolgreiche Partnerschaft wird fortgesetzt und die Entwicklung der nächsten Generation eines integrierten KIS ist gestartet.

Schlanker, komfortabler, standardisierter

In gemeinsamen Leitlinien legten die Entwicklungspartner Cerner und SAP die Grundsätze der Neuentwicklung fest. Diese sehen u. a. vor, dass der bisherige Leistungsumfang der Lösungen erhalten bleibt. Gleichzeitig wird die Umstellung auf die Cloud dazu genutzt, die bisherigen Funktionalitäten von unnötigem, historisch gewachsenem Ballast zu befreien und sie in Hinblick auf einfache und intuitive Bedienung zu optimieren. Hohe Priorität hat die deutliche Reduzierung der Aufwände für die Implementierung, indem die Kernprozesse im jeweiligen Anwendungsfeld bereits vorkonfiguriert und wo immer möglich mit Inhalten ausgestattet zur Verfügung gestellt werden. Der Anwender wird mit der Anbindung medizinischer Geräte unterstützt und die Datenerfassung automatisiert.

Die Welt der Medizin und der medizinischen Versorgung ist vielfältig, sie verändert sich stetig und differenziert sich immer weiter aus. Dies erfordert das Zusammenspiel vieler Anbieter mit ihren spezifischen Kenntnissen und Angeboten. Die neue Lösung für die elektronische Patientenakte wird durchgängig auf Basis von FHIR-Standards entwickelt. Durch diese Entscheidung, bewusst bereits im Design die Integration von Lösungen Dritter vorzusehen, bietet für Kun- den die Möglichkeit, weiterhin eigene Ergänzungen und Zusätze zu entwickeln – auf einer modernen, standardisierten Grundlage. Mit der Einrichtung eines medizinischen Datenmodells werden darüber hinaus die Grundlagen für eine einfachere Datenanalyse und zu- künftiges Wissensmanagement geschaffen.

Die Kunden werden auf ihrem Weg unterstützt

So viel Neues macht auch Kopfzerbrechen, weiß Karin-Marie Tretter: „Wir sind uns bewusst, dass mit der neuen Generation des KIS als SaaS – Software as a Service aus der Cloud – einschneidende Veränderungen auf unsere Kunden im IT-Bereich zukommen, denen der eine oder andere mit Skepsis begegnet. Dabei sollten wir uns jedoch vor Augen halten, dass wir IT nicht um ihrer selbst willen betreiben, sondern unsere Aufgabe in der Unterstützung der medizinischen Versorgung und ihrer Akteure liegt. Dafür müssen wir uns aufstellen und aktiv die notwendigen Veränderungen und Anpassungen vorantreiben. Das braucht Zeit und das braucht Offenheit auf beiden Seiten. Gespräche mit CIOs in den letzten Monaten haben uns bestätigt, dass wir den richtigen Weg einschlagen, auch wenn heute durchaus noch Fragen offen sind.“ 

Die Entscheidung, die nächste Generation in Stufen zur Verfügung zu stellen, berücksichtigt diese Aspekte. Damit wird zum einen dem notwendigen mehrjährigen Entwicklungszeitraum Rechnung getragen, aber insbesondere auch den Kunden ein schrittweiser Übergang in die neue Umgebung ermöglicht. „Wir wissen, wie umfangreich und komplex i.s.h.med bei unseren Kunden über die Jahre ausgestaltet wurde. Daher sind wir uns unserer Verantwortung bewusst und arbeiten intensiv daran, Mittel und Verfahren zu finden, mit denen wir sie bei diesem Übergang bestmöglich unterstützen können“, unterstreicht Stefan Radatz.

Radatz ishmed blog

Stefan Radatz
General Manager Cerner Germany & Austria,
Central & Eastern Europe

 

Fazit: i.s.h.med hat eine sehr erfolgreiche Vergangenheit hinter sich und eine noch spannendere Zukunft vor sich. Der Grundstein für die nächste Generation ist gelegt, der Umbau hat begonnen. Anlass genug, in diesem Jahr zu feiern und natürlich zurück, aber auch erwartungsvoll nach vorne zu schauen.