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mit medico touch gut unterwegs

von Norbert Neumann
veröffentlicht am 11.09.2019

Klinikum Oldenburg testet neue Funktionalitäten in Version 1.2 der mobilen Lösung für medico

832 Betten, 37.000 stationäre und rund 110.000 ambulante Patienten jährlich: Das Klinikum Oldenburg bietet als Campus der Universität Oldenburg nicht nur eine sehr gute medizinische Versorgung, sondern sieht sich selbst auch als Wegbereiter für Innovationen.

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832 Betten, 37.000 stationäre und rund 110.000 ambulante Patienten jährlich: Das Klinikum Oldenburg bietet als Campus der Universität Oldenburg nicht nur eine sehr gute medizinische Versorgung, sondern sieht sich selbst auch als Wegbereiter für Innovationen.

Entsprechend großen Wert legt man daher auf eine flächendeckende IT-Infrastruktur und durchgehende Digitalisierung. Die Verbannung von Papier aus der Patientenversorgung ist bereits weit fortgeschritten. Gleichzeitig treibt man neben der flächendeckenden Implementierung der elektronischen Patientenakte (ePA) auch den Ausbau des KIS medico® voran. Mobile Anwendungen sind dabei ein wichtiger Faktor, wie Marc Seifert, Sachgebietsleiter Anwendungs- und Anwenderbetreuung, erklärt: „Den einen Arbeitsplatz im Krankenhaus gibt es nicht. Medizinisches Personal ist genauso mobil, wie es die Patienten sind. Digitale Anwendungen tragen dem Rechnung, indem sie Informationen überall und jederzeit verfügbar machen, oder es ermöglichen, Daten zu erfassen.“

Unterschiedliche mobile Lösungen für verschiedene Anwendungsszenarien

Visitenwagen gehören nicht nur in Oldenburg, sondern in vielen Kliniken mittlerweile zum Standard. „Allerdings wird kein Arzt ein solches Gerät ständig dabeihaben, wenn er z. B. im Haus unterwegs ist“, betont Marc Seifert. „Aber genau dann kann es ihm passieren, dass er Informationen zu einem Patienten benötigt – zum Beispiel, wenn er vom Pflegepersonal einer Station angerufen wird, weil ein Patient ein akutes Problem hat. Unterschiedliche Anwendungsszenarien erfordern also auch unterschiedliche Lösungen.“

Genau das ist der Grund, weswegen in Oldenburg neben Visitenwagen auch medico Touch® eingeführt wurde: Eine mobile Anwendung, die speziell dafür entwickelt wurde, medico auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets nutzen zu können. „Das Besondere an dieser Lösung ist, dass sie speziell für diese Endgeräte konzipiert wurde“, erklärt Marc Seifert. „Es bringt nichts, ein Tablet einfach als weiteres Endgerät an das KIS anzuschließen, weil die Darstellungsfläche begrenzt und auch das Bedienkonzept ein völlig anderes ist. Jeder kennt es vom Surfen im Internet auf dem Smartphone: Websites, die nicht an derartige Endgeräte angepasst sind, sind oft schwerer zu bedienen, unübersichtlicher und reagieren langsamer.“

Insgesamt positives Feedback für ein junges Produkt

Die ersten Versionen von medico Touch wurden von den Anwendern außerordentlich positiv aufgenommen: „Auch Anwender, die eine eher geringe IT-Affinität besitzen, waren begeistert. Die Wundfotografie beispielsweise wird mittlerweile so gerne genutzt, dass wir einen klaren Anstieg der Fotodokumentationen verzeichnen“, fasst Marc Seifert zusammen. Dass medico Touch sowohl auf voll digitalisierten Stationen, auf denen die ePA bereits eingeführt wurde, als auch Bereichen, die teilweise noch papierbasiert arbeiten, ausgerollt ist, machte Oldenburg zu einem nahezu perfekten Kandidaten für den Betatest der Folgeversion mit anschließendem hausweiten Rollout. „Natürlich macht ein Betatest auch einiges an Arbeit“, gibt Marc Seifert zu. „Aber nachdem medico Touch noch ein recht junges Produkt ist, waren wir gespannt auf die weitere Entwicklung und die neuen Funktionen, wie Visite, Anordnung und Medikation.“

Insgesamt wurden die neuen Funktionen positiv aufgenommen. „Dass sie mit medico Touch überall Zugriff auf Informationen haben, erleben unsere Ärzte als große Erleichterung ihres Arbeitsalltags“, fasst Marc Seifert zusammen. „Für sie ist eine mobile Anwendung auf Tablets eine sinnvolle Ergänzung zu den Visitenwagen.“

Speziell Anwender auf den bereits voll digitalisierten Abteilungen sahen in manchen Bereichen auch Verbesserungspotenzial: „Mit der Wundfotografie hat sich Cerner die Messlatte schon sehr hoch gelegt. Es verwundert daher nicht, dass bei den neuen Funktionen eine bessere Performance und Usability gewünscht wurde. Das sind unsere Anwender einfach schon anders gewöhnt. Allerdings ist das bei so jungen Lösungen wie medico Touch immer die Gretchenfrage: Konzentriert man sich auf die Details oder legt man das Gewicht erst einmal auf die Entwicklung neuer Funktionalitäten. Gerade bei einer mobilen Lösung, die viele Anwendungsbereiche abdecken muss, ist letzteres der sinnvollere Weg.“

In enger Kooperation auf einem guten Weg

Sehr positiv wurde dabei gesehen, dass Cerner sich der Problematik durchaus bewusst war. „Man hat unsere Anregungen sehr ernst genommen“, so Marc Seifert. „Wir stehen nach wie vor in engem Kontakt mit der Entwicklungsabteilung und führen Workshops mit Cerner durch, an denen sich gleichermaßen das Personal aus den angeschlossenen Stationen rege beteiligt. Man merkt, dass sich einiges tut. Und bei einem Produkt in diesem Reifestadium wäre es mehr als verwunderlich, wenn alles schon perfekt wäre. Zusammengefasst ist medico Touch eine tolle Lösung, die unser KIS sinnvoll ergänzt und mit der man gut arbeiten kann. Auch wenn sie als junge Lösung noch etwas Verbesserungspotenzial hat.“

Einen anderen Punkt möchte der Anwendungsbetreuer allerdings nicht unerwähnt lassen: „Gerade die Beschaffung neuer Hardware ist bei IT-Projekten ein ziemlicher Kostenfaktor. Wir nutzen auf unseren Stationen schon seit längerem eine Lösung zur Essensbestellung, die auf iPads läuft. Als wir medico Touch eingeführt haben, konnten wir die App einfach zusätzlich auf die bereits vorhandenen Tablets aufspielen und problemlos nutzen, was uns viel Kosten und Aufwand erspart hat. Für mich ist das ein Beispiel dafür, dass man sich bei der Konzeption und Entwicklung von medico Touch – über die reine Anwendung hinaus – wirklich Gedanken darüber gemacht hat, wie eine mobile Lösung in der Praxis aussehen muss. Das ist mit einer der Gründe, warum ich der Überzeugung bin, dass wir – und Cerner – mit medico Touch gut unterwegs sind.“

 

Fotos: ©Klinikum Oldenburg