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von Norbert Neumann
veröffentlicht am 11.06.2018

Betatest von medico Touch im Klinikum Kassel

Mobilität ist im Klinikum Kassel nichts Neues. Bislang waren die mobilen Anwendungen allerdings nicht an das KIS medico von Cerner angebunden und hatten auch nur einen eingeschränkten Funktionsumfang. Deswegen nutzte man im Klinikum die Möglichkeit, medico Touch, die neue mobile Anwendung von medico, im Betatest auszuprobieren. Im Ergebnis zeigte sich, dass die neue Anwendung das mobile Arbeiten in Kassel durch ein ausgefeiltes Bedienkonzept und ein breites Spektrum an Funktionalitäten deutlich verbessern konnte und für das Personal in Hinblick auf mobiles Arbeiten einen deutlichen Sprung nach vorne darstellte.

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Mobilität ist im Klinikum Kassel keine Neuheit. „Wir hatten schon länger mobile Lösungen im Einsatz“, erklärt Jörg Romeiß vom Zentralbereich Informationstechnologie der Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH). Der Wermutstropfen dabei: Die bislang benutzten mobilen Anwendungen waren als separate Anwendungen nicht an das KIS medico® angebunden und hatten darüber hinaus nur einen recht eingeschränkten Funktionsumfang. „Da unser Unternehmen die Digitalisierung intensiv vorantreibt, waren wir mit dem Status quo nicht besonders zufrieden“, so Romeiß. „Deswegen haben wir uns als Betatester für die Mobility-Lösung medico Touch beworben. Denn letztlich ist eine in das KIS integrierte Lösung potenziell besser als eine extern angebundene Software.“

Auf Herz und Nieren geprüft

Jörg Romeiß prüfte zusammen mit Kollegin und Ehefrau Jenny Romeiß die Lösung auf Herz und Nieren. „Wir kommen beide ursprünglich aus der Pflege und wissen, wie wichtig manchmal gerade Kleinigkeiten in der IT sind“, sagt Jenny Romeiß. „Deswegen haben wir nicht nur eine große Abteilung mit 64 Betten und vier unterschiedlichen Pflegebereichen als Pilotstation ausgesucht, sondern während der Testphase auch selber auf der Station mitgearbeitet und medico Touch in der Rolle des Pflegepersonals ausprobiert.“

Das Ergebnis überzeugte die GNH-IT-Fachkräfte: „In der Entwicklung hatte man sich in der Vorversion zunächst auf das Bedienkonzept konzentriert. Die von uns getestete Version 1.1 war dann bereits um umfangreiche Funktionen erweitert.“ Besonders die mobile Wunddokumentation heben die Tester hervor: „Früher musste unser Pflegepersonal mit einer digitalen Kamera die Wunde dokumentieren und die Bilder dann im KIS der jeweiligen Akte zuordnen“, erinnert sich Jörg Romeiß. „Mit medico Touch nutzt man einfach die Kamera im Tablet oder Smartphone und dokumentiert direkt in der elektronischen Patientenakte (ePA).“

Ein Quantensprung auf dem Weg zum digitalen Krankenhaus

Auch Jenny Romeiß hat ihre Favoriten: „Die breite Funktionalität und die intuitive Bedienbarkeit von medico Touch stellen für uns im Hinblick auf die Digitalisierung der Dokumentation einen Quantensprung dar. Wir können nicht nur Vitalwerte, sondern auch Medikationsanordnungen am Bett erfassen und eine Ein- und Ausfuhr mit Bilanzierung dokumentieren – alles direkt in der elektronischen Akte des Patienten. Ärzte können Laborwerte, Briefe und Röntgenbefunde einsehen, wo auch immer sie sich im Krankenhaus gerade aufhalten – das ist gerade bei Rückfragen eine echte Erleichterung und ein weiterer Vorteil der konsequenten Digitalisierung in unserem Haus.“ Überraschend fanden die Tester, dass so gut wie kein Schulungsaufwand erforderlich war, um medico Touch nutzen zu können. Darüber hinaus wurde es als positiv empfunden, dass alles, was über medico Touch dokumentiert wird, direkt in der ePA ankommt“, so Jenny Romeiß.

Die Einführung in den Regelbetrieb ist nur der Anfang

Entsprechend schnell ist geplant, medico Touch in Kassel einzuführen: Im Frühjahr 2018 soll die Anwendung ausgerollt und weiter ausgebaut werden. Die Kasseler IT-Experten planen bereits das weitere Vorgehen: „Zum einen sind von Cerner für die nächsten Versionen bereits weitere Funktionen vorgesehen, zum Beispiel für 2018 das mobile Pflegeprozessmanagement, das es ermöglichen wird, insbesondere durchgeführte Leistungen direkt am Bett zu dokumentieren.  Zum anderen wollen wir in Kooperation mit dem Klinikum Oldenburg weitere Ideen und Konzepte entwickeln, um mobile Anwendungen noch besser zu nutzen.“

Während des Betatests von medico Touch zeigte sich zudem, dass „Mobility“ ein sehr dehnbarer Begriff ist. „Es hat sich bestätigt, was auch die Grundlage der Entwicklung von medico Touch war, nämlich dass man sich Gedanken über unterschiedliche mobile Anwendungsfälle machen muss. Eine mobile Lösung ist eben kein One-size-fits-all, sondern besteht aus unterschiedlichen Bausteinen, die verschiedene Anwendungsszenarien abdecken müssen“, sagt Jörg Romeiß.

Um also bestmöglichen Nutzen aus mobilen Anwendungen wie medico Touch zu ziehen, empfehlen die GNH-IT-Fachleute, sich im Rahmen der Implementierung auch die unterschiedlichen Bedürfnisse der Anwender vor Augen zu führen, um die richtige Hardware zu beschaffen: „Der Arzt nutzt vielleicht ein Smartphone, um überall schnell informiert zu sein. Die Pflegekraft nimmt ein kleines Tablet mit auf ihren Rundgang, um schnell dokumentieren zu können, und die große Visite erfolgt möglicherweise mit einem großen Tablet oder einem Visitenwagen, um auch Details auf Röntgenbildern darstellen zu können. Diese Anwendungsszenarien wollen wir mit unseren Kollegen in Oldenburg eruieren und dafür Konzepte entwickeln“, sagt Jörg Romeiß. Sein Fazit des Tests ist aber schon heute klar: „medico Touch kann ein wichtiger Bestandteil unserer Krankenhaus-IT werden, mit der wir unserem medizinischen Personal die Arbeit deutlich erleichtern werden.“

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