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von Norbert Neumann
veröffentlicht am 23.11.2016

„Primum non nocere“ – als allererstes Schaden vom Patienten abzuwenden ist eine der Grundlagen ärztlichen Handelns. Diese jahrhundertealte Maxime gilt auch noch in der digitalisierten Welt moderner Krankenhäuser. Gerade auch deshalb, weil zunehmend Spezialisten aus unterschiedlichen und hochspezialisierten Fachabteilungen zusammen an einem Patienten arbeiten. Eine saubere und lückenlose Kommunikation zwischen den Akteuren ist dabei unerlässlich.

Durchgehende elektronische Dokumentation als Schlüssel zur Kommunikation

Kontinuität lautet die Maxime. Das bestätigt auch der ärztliche Direktor der Sozialstiftung Bamberg, Prof. Dr. Georg Pistorius: „Je kontinuierlicher die elektronische Dokumentation ist, desto sicherer für den Patienten. Lücken in der Informationskette verzögern den Behandlungsablauf und gefährden im schlimmsten Fall den Patienten.“ Der Chirurg gibt ein paar Beispiele: „Wenn bei einem Patienten, der gerade in den OP eingeschleust wird, die Info über Medikation und Prämedikation fehlt, muss der Anästhesist erst auf der Station nachfragen. Oder nehmen Sie elektronische Medikationsprüfungstools: Wenn hier wichtige Informationen beispielsweise über Kontraindikationen, Allergien oder Infektionen nicht elektronisch dokumentiert sind, kann sich der Arzt auf das Ergebnis nicht mehr verlassen.“

Intelligente Vernetzung von Informationen

Daher ist seine klare Anforderung an die Patienten-IT eine immer intensivere Vernetzung und zunehmende Intelligenz der Systeme, um eine lückenlose Dokumentation und Kommunikation zu ermöglichen. „Wenn beispielsweise ein CT angefordert wird, muss das IT-System auch die Information über die Schilddrüsenüberfunktion des Patienten in der radiologischen Abteilung deutlich hervorheben.“ Informationen, die irgendwo, irgendwann während des Behandlungsprozesses dokumentiert worden sind, müssen genau dann verfügbar sein und genutzt werden, wenn man sie braucht – vor allem in Situationen, die kritisch für den Patienten werden können“, fasst Prof. Pistorius zusammen.

Dies gilt umso mehr, je breiter die Informationsbasis ist – zum Beispiel beim Gewinnen von Daten durch den Patienten wie durch Fitness-Apps oder Wearables. „Sicher gibt es hier Fragen aus der Sicht von Datenschutz und informationeller Selbstbestimmung zu berücksichtigen und zu lösen. Aber aus medizinischer Sicht ist das Gewinnen von Daten aus unterschiedlichen Quellen eine tolle Idee. Allerdings sind dann aus Sicht der Patientensicherheit zwei Dinge elementar: Die bereits erwähnten Anforderungen an den Datenschutz und vor allem die Validität der Daten.“

Unterschiedliche Systeme besser miteinander vernetzen

Doch abgesehen davon gibt es auch auf technischer Seite in den existierenden Lösungen noch Hürden zu beseitigen, wenn es darum geht, die Patientensicherheit durch den Einsatz von Healthcare-IT zu verbessern. „Unser größtes Problem ist aktuell, dass Daten in klinischen Informationssystemen immer noch zu separiert vorliegen“, beklagt Prof. Pistorius. „Nehmen Sie eine OP-Planung: Dafür werden neben Patientendaten zum Beispiel auch Informationen über benötigtes Sterilgut, Verbrauchsgüter, Medikamente, vielleicht Endoprothesen und Geräte benötigt. Das Problem ist, dass viele dieser Informationen in separaten Systemen vorliegen und diese Lösungen nur bedingt miteinander kommunizieren können. Das Fehlen einer Komponente kann aber die ganze OP-Planung durcheinanderbringen und eventuell den Patienten gefährden. Hier sind intelligent vernetzte Lösungen wünschenswert, die im Zweifelsfall rechtzeitig einen Hinweis geben, ob Probleme auftreten können.“

Probleme rechtzeitig erkennen, aus Fehlern lernen

Trotz aller Bemühungen kommt es im klinischen Alltag immer wieder zu Fehlern. Oft führen Kleinigkeiten wie schlecht lesbare Informationen oder Verwechslungen zu teilweise für den Patienten fatal endenden Zwischenfällen. Die konsequente Anwendung von Krankenhaus-IT kann dazu beitragen, Fehler zu vermeiden. Gänzlich ausschließen kann sie sie nicht. „Man darf nicht in das Stadium kommen, sich blind auf IT zu verlassen“, stellt Professor Pistorius dann auch klar. „IT kann beim Wissenstransfer unterstützen. In Hinblick auf flexible Arbeitszeiten und viele verschiedene und spezialisierte Behandler am Patienten ist das auch wichtig. Aber die IT wird von Menschen bedient und auch Anweisungen werden von Menschen gegeben und ausgeführt. Prüfalgorithmen sind eine gute Unterstützung. Aber sie ersetzen nicht die Fachkompetenz des Menschen“.

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