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KHZG

Krankenhauszukunftsgesetz

Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG)

Am 29. Oktober 2020 ist das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) in Kraft getreten. Es ändert eine Reihe vorangehender Gesetze und Erlasse wie etwa das Krankenhausfinanzierungsgesetz, das Krankenhausentgeltgesetz oder die Krankenhausstrukturfonds-Verordnung. Das KHZG wurde beschlossen, um den Weg frei zu machen für eine moderne, digitale Versorgungsstruktur deutscher Krankenhäuser ‒ anlassbezogen mit dem Ziel, Auswirkungen wie jenen der Corona-Pandemie künftig wirksamer begegnen zu können.

Digitaler Schub für Deutschlands Krankenhäuser

Bund und Länder lassen sich die mit dem KHZG bereitgestellten Förderungen 4,3 Milliarden Euro kosten, die seit dem 1. Januar 2021 über den Krankenhauszukunftsfonds (KHZF) bereitgestellt werden. Der Bund steuert 3 Milliarden Euro bei, die Länder tragen 1,3 Milliarden Euro. Investiert werden soll bis 2024 vorrangig in den Ausbau digitaler Services in den Krankenhäusern. Lag der Fokus vorhergehender Gesetzesgrundlagen verstärkt auf dem ambulanten Bereich sowie der Standardisierung der elektronischen Patientenakte (ePA), so schließt das KHZG nun den Bedarf im Sinne des Patienten und konzentriert sich dabei auf die klinischen Kernprozesse ‒ von der Notaufnahme über die Pflege- und Behandlungsleistungen bis hin zum Entlassmanagement und die digitale Nachsorge zu Hause, z. B. nach einer Operation. Das KHZG fordert IT-Anbieter wie Klinikbetreiber gleichermaßen heraus, digitale Strukturen zu schaffen, die das „Patient Engagement“, also die aktive Einbeziehung des mündigen Patenten in seine Behandlung, im Blick haben. Gleichzeitig soll im Sinne der „Patient Journey“ die Behandlungssicherheit erhöht und der intersektorale Informationsaustausch zwischen Klinik, Patient und externen Behandlern unterstützt werden. Zentraler Bestandteil des KHZG ist deshalb weiterhin die ePA und ihr künftiger Ausbau im Sinne dieser Zusammenarbeit. Versehen ist das KHZG mit zahlreichen Fristen von der Antragseinreichung bis zur terminierten Umsetzung einzelner Services. In den Zeitraum der Umsetzung des KHZG bis 2024 fällt auch die vorgeschriebene Analyse des digitalen Reifegrades deutscher Krankenhäuser (s. u.). Die Feststellung des digitalen Reifegrads ist verpflichtend und dient dazu, den Fortschritt und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu dokumentieren. Detailliert legt der Gesetzestext darüber hinaus die Kriterien der Förderwürdigkeit fest, die mittels sogenannter Fördertatbestände ermittelt werden. Bei Nichterfüllung droht der Gesetzgeber mit Sanktionen.

Für viele Kliniken bedeuten die Vorgaben des KHZG eine digitale Revolution

Die durchgehend vernetzte digitale Welt gibt es in deutschen Krankenhäusern äußerst selten. Und so erfordert der digitale Prozessschub, den die Umsetzung des KHZG mit sich bringt, mehr als reines IT-Know-how ‒ die Unterstützung des Kunden beginnt für Anbieter wie Cerner schon lange vorher. Als erfahrener Hersteller von Healthcare-IT-Anwendungen berät Cerner seine Kunden schon, bevor es um die Implementierung der digitalen Prozesslandschaft geht. Konkret bedeutet dies die professionelle Begleitung bei Change-Management-Prozessen, was mitunter tief in die organisatorischen und prozessualen Abläufe eines Krankenhauses und seiner Abteilungen hineinreicht. Gemeinsam mit den Ansprechpartnern in den Kliniken werden Abläufe eruiert und in einem gemeinsamen Austausch so strukturiert, dass sie als digitaler Prozess sinnvoll abgebildet werden können.

Digitaler Reifegrad: Prozesse strukturiert analysieren, planen, umsetzen und messen

Dass auch heute noch Prozesse papierbasiert laufen, Arztbriefe abgetippt werden und Dokumentationen unvollständig oder unleserlich weitergereicht werden, ist durchaus gängiger Alltag in deutschen Krankenhäusern ‒ mangelte es doch bisher an Anreizen, Vorgaben und schlichtweg Zeit im eng getakteten klinischen Alltag, um hier tiefgreifende Prozessänderungen einzuleiten. Doch wo und wie ist mit der Umsetzung zu beginnen, die ja am Ende durchgängig und unter Einbeziehung aller am Prozess Beteiligten sein soll? Das KHZG formuliert hier den Begriff des digitalen Reifegrads, der Auskunft über den Status quo der Digitalisierung gibt und Gradmesser für die angestrebten KHZG-Maßnahmen ist. Überprüft wird dies laut KHZG mit einer ersten Messung im Juli 2021 und einer zweiten im Juli 2023. Derzeit werden noch die genauen Kriterien der digitalen Reifegradmessung festgelegt. Cerner hat einen Fragenkatalog für die Feststellung des Digitalisierungsstands entwickelt, der auf dem anerkannten HIMSS-EMRAM-Reifegradmodell basiert. Während Cerner-Kunden weltweit das Reifegradmodell der HIMSS Analytics Group bereits seit langem als etablierten Standard nutzen, wird dieses nun im Kontext des KHZG mit dem auf die gesetzlichen Anforderungen angepassten Fragenkatalog zur Ermittlung des Digitalisierungsgrades herangezogen.

Digitalisierung unterstützen: Das KHZG fördert 11 klinische Bereiche

Insgesamt elf Fördertatbestände sind es, die das KHZG bezogen auf die Kernprozesse in einer Klinik aufführt, um mittels Fördermitteln die angestrebte digitale Reife zu erlangen. Dabei sind es vor allem die Fördertatbestände 2 bis 6, deren Umsetzung für deutsche Kliniken bis 2024 maßgeblich sind. Darunter fallen das Patientenportal, die digitale Pflege- und Behandlungsdokumentation, die Einrichtung eines klinischen Entscheidungsunterstützungssystems, das Medikationsmanagement sowie die digitale Leistungsanforderung.

Hier finden Sie eine Auflistung der Fördertatbestände des KHZG.

Fördertatbestand 1

Anpassung der technischen / informationstechnischen Ausstattung der Notaufnahme eines Krankenhauses an den jeweils aktuellen Stand der Technik

Patientenportale. Dazu gehören das digitale Aufnahmemanagement, Behandlungsmanagement, Entlass- und Überleitungsmanagement

Digitale Pflege- und Behandlungsdokumentation. Dazu zählen die Digitale Dokumentation sowie Systeme zur automatisierten und sprachbasierten Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen

Einrichtung von teil- oder vollautomatisierten klinischen Entscheidungsunterstützungssystemen

Digitales Medikationsmanagement

Digitale Leistungsanforderung

Leistungsabstimmung und Cloud-Computing-Systeme

Digitales Versorgungsnachweissystem für Betten zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und anderen Versorgungseinrichtungen

Informationstechnische, kommunikationstechnische und robotikbasierte Anlagen, Systeme oder Verfahren und telemedizinische Netzwerke

IT-Sicherheit

Anpassung von Patientenzimmern an die besonderen Behandlungsformen im Fall einer Epidemie

Zwei zentrale Forderungen des KHZG: Interoperabilität und IT-Sicherheit

Keine Förderung durch das KHZG bekommt, wer die Vorgaben der Interoperabilität und IT-Sicherheit in seiner Digitalstrategie nicht berücksichtigt. Auf syntaktischer Ebene hat i.s.h.med Interoperabilität mit seinen FHIR-Schnittstellen als Industriestandard für die Anbindung zertifizierter Drittlösungen an die zentrale ePA bereits umgesetzt. Mit dem international etablierten Terminologie-System SNOMED CT, das nach einer Pilotphase seit März 2020 in Deutschland ausgerollt wird, erfolgt nun auch die Umsetzung der semantischen Interoperabilität.
Weiterhin sieht das KHZG vor, pro Fördertatbestand 15 Prozent der Kosten für die IT-Sicherheit einzuplanen, hierzu zählen die Ausfall- und Datensicherheit sowie der Datenschutz. Ausdrücklich fördert das KHZG Konzepte für IT-Infrastrukturen, die mehrere Krankenhäuser miteinander vernetzen. Diese können sogar cloudbasiert sein, müssen also nicht auf lokalen Klinik-Servern aufsetzen.

Fristen und zeitlicher Rahmen des KHZG

Bis spätestens 30. September 2021 müssen Bedarfsmeldungen bei den jeweiligen Bundesländern eingereicht werden, bis Jahresende 2021 soll die Genehmigung der Förderanträge erfolgen. Häusern drohen Abschläge von bis zu 2 Prozent auf alle Patientenrechnungen, wenn sie sich bis zum Jahr 2025 nicht mit den digitalen KHZG-Kernthemen auseinandergesetzt haben.
Cerner unterstützt i.s.h.med-Kunden in drei Schritten bei den durch das KHZG festgelegten Förderoptionen: zunächst bei der Bedarfsanmeldung durch das Ermitteln des Bedarfs mittels Fragenkatalog zur Digitalisierungsgradanalyse, anschließend bei der Festlegung und Umsetzung der KIS-Ausbaustufen und schließlich bei der Messbarkeit der Ergebnisse. Mit dem Ziel, bis 2024 bereits eine große Strecke auf der Reise zum digitalen Krankenhaus gemeinsam bewältigt zu haben.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Förderantragstellung und Umsetzung. Sprechen Sie hierzu gerne Ihren zuständigen Cerner Vertriebsmitarbeiter an.

Den kompletten Gesetzestext können Sie unter diesem Link nachlesen.

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