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von Till Berger
veröffentlicht am 03.05.2016

Rückblick auf die conhIT 2016

Nachdem die conhIT nunmehr genau 13 Tage zurückliegt, ist der ideale Zeitpunkt gekommen, einen persönlichen Rückblick auf die Messe zu werfen. Denn erst mit diesem Abstand ist es möglich, unnötigen Gedächtnisballast über Bord zu werfen und Erinnerungen an die einprägsamsten Erlebnisse abzurufen. Denn es sind diese lustigen Beobachtungen und persönlichen Erlebnisse, die jede conhIT einzigartig machen.

Alles eine Frage der Currywurst

„Gibt es wieder die Currywurst?“, „Darf ich mich wieder auf die Currywurst freuen?“, „Was ist eigentlich mit der Wurst auf der conhIT?“ Solche und zig weitere Fragen überschwemmten mein Postfach im Vorfeld der conhIT, als ging es nur um selbige. „Auch das kultigste Essen schreit nach Abwechslung“ war meine Standardantwort, die womöglich die ein ohne andere Stornierung des bereits reservierten Messetickets nach sich zog.

Die Folge der mehrdeutigen Aussage war ein Spannungsbogen, der sich am ersten Tag der conhIT um Schlag 11.30 Uhr mit Jubel und Geklatsche auflöste: Ja, es gab sie wieder, die Currywurst! Aber in diesem Jahr haben wir sie quasi neu erfunden. Denn neben der klassischen Sauce hatten wir auch eine BBQ-Variante „Kansas-City-Style“ im Angebot. Gerade bei Besuchern, die es etwas schärfer mochten, kam die alternative sehr gut an. Außerdem konnten die Schlangesteher entscheiden, ob sie ein klassisches Brötchen oder die gesunde Urkorn-Schrippe zur Wurst nehmen.

Auch das Standpersonal unserer Partner-Unternehmen kam regelmäßig vorbei, um Cocktails, Naschwerk oder Coffee-to-Go gegen Currywurst-Gutscheine einzutauschen. Den Deal der Woche machte eine Kollegin: drei Cocktails für eine Currywurst.

Ich wollte mich selbst überzeugen, wie gut die Wurst ankam, und fragte einen Messebesucher, der sich gleich eine doppelte Portion gönnte. „Janz jut“ war seine knappe Antwort, bevor er sich ein weiteres Stück in den Mund schob. Frage an die Leser aus Berlin: Entspricht das dem fränkischen „Passt scho“? Dann ist es nämlich ein großes Lob.   

Jäger der verlorenen Give-aways

Messen sind ja wie Ostern, Halloween und Weihnachten zusammen. Nein, ich meine nicht, dass Mann oder Frau mal drei Tage Ruhe vor der Familie hat. Überall gibt es kleine Geschenke und Give-aways, Süßigkeiten und Mitbringsel für die Kleinen. Deshalb sind Messebesucher auch immer wieder ein sehr passendes Beispiel dafür, dass der Mensch Jäger und Sammler ist. Da wird alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Manche überwinden sich erst am zweiten Tag, das dargebotene Tütchen mit sieben Gummibärchen einzustecken, andere greifen unverhohlen die Stifte im 12er-Pack ab. Am Ende des Tages haben aber alle eines gemeinsam: Je voller die Taschen, desto breiter das Grinsen. Glücklicherweise haben unsere iPads vom Mobility-Stand keine Beine bekommen.

Keine Macht dem Lippenbalsam

Schon gegen Mittag des ersten Tages forderten die pausenlosen Gespräche, die unregelmäßige und stark verminderte Flüssigkeitsaufnahme sowie die trockene Hallenluft ihren Tribut: Meine Lippen waren extrem trocken und spröde. Ein Reibeisen war nix dagegen. Lippenbalsam musste her!

Eine Kollegin bietet mir ihren an, spontan umarme ich sie und lasse mir eine erbsengroße Menge auf den Finger drücken. Dankend schaue ich sie an, und stutze: ihre Lippen blinken und glitzern im grellen Licht der Messehalle. Ich schaue auf meinen Finger und die Wahrheit versetzt mir einen Stich: „Da ist ja Glitter drin“, stammele ich und schaue sie entgeistert an. „Nicht gut?“, fragt sie. „Nicht gut!“, antworte ich. „Ich habe heute noch Pressetermine, da kann ich nicht blinken und glitzern wie eine Discokugel. Trotzdem danke!“

Den Tag überstehe ich gerade noch, am Ende bringe ich aber nur noch archaische Laute heraus, entsprechend verwirrt sind meine Gesprächspartner. Aber für lange Erklärungen habe ich keine Zeit. Gleich nach Messeschluss sprinte ich zur nächstgelegenen Apotheke und kaufe mir den blauen Labello. Den Blick in die Apotheken-Umschau hätte ich mir lieber erspart, das Titelthema geistert mir bis zum Ende der conhIT im Kopf herum. „Macht Lippenbalsam süchtig?“, frage ich mich immer wieder, creme meine Lippen ein und stecke den nunmehr fünften Labello zurück ins Jackett.