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Neu

von Norbert Neumann
veröffentlicht am 15.05.2018

Fiori revolutioniert das Anwendungsdesign in SAP

Rollenspezifische, auf spezifische Aufgaben zugeschnittene UIs sind in Standardsoftware oft nur mit großem Aufwand umsetzbar. Bildlich gesprochen arbeiten Anwender daher oft mit einem prall gefüllten Werkzeugkasten, statt mit einem auf die Aufgabe zugeschnittenen Werkzeugsatz. Mit SAP Fiori ändert sich das jetzt. Die browserbasierte Oberfläche ermöglicht es, Arbeitsoberflächen und Anwendungen in der SAP-Welt ganz neu zu gestalten.

Stellen Sie sich Folgendes vor: Der Wasserhahn in Ihrem Garten tropft, weil die Dichtung nach einigen Jahren den Geist aufgegeben hat. Sie gehen also in Ihre Werkstatt, nehmen sich Rohrzange, Schraubenschlüssel und Schraubenzieher nebst einer neuen Dichtung, drehen den Haupthahn ab und begeben sich dann in den Garten, um den defekten Hahn zu reparieren. Wohl niemand von Ihnen käme in einer solchen Situation auf die Idee, einen Hobel, eine Kreissäge oder gar den gesamten Inhalt der Werkstatt mit in den Garten zu schleppen: Sie nehmen nur das mit, was Sie in dieser Situation brauchen, um die anstehende Aufgabe möglichst effizient zu erledigen.

In der Welt der Softwareanwendungen ist das allerdings nicht immer ohne Weiteres möglich. Das Bereitstellen eines individuellen Werkzeugsets – sprich: Zugriff auf die notwendigen Funktionen und eine der Aufgabenstellung angepasste UI und Darstellung der Ergebnisse – sind oft nur mit vergleichsweise hohem Aufwand bzw. Customizing möglich. So schleppt man für viele Routineaufgaben einen reichhaltig ausgestatteten und damit auch teils unübersichtlichen virtuellen Werkzeugkasten mit sich herum. Zumindest für SAP-Anwender könnte das allerdings bald Vergangenheit sein. Die neue webbasierte Fiori-Technologie ermöglicht es, mit wenig Aufwand übersichtliche Benutzeroberflächen für rollenspezifische Anwendungsszenarien zu schaffen, die dem Nutzer genau die Werkzeuge und Darstellungen zur Verfügung stellen, die er für die jeweilige spezifische Aufgabe benötigt.

Spezifischer Werkzeugsatz statt voller Werkzeugkiste – mit Fiori

Fiori basiert auf dem SAP UI5-Framework und ist damit mit allen moderneren SAP-Anwendungen kompatibel. Der Vorteil: Obwohl die Funktionalität im Hintergrund genauso umfangreich und zuverlässig bleibt wie bisher, eröffnet Fiori die Möglichkeit, Nutzeroberflächen rollenbasiert so zu gestalten, dass sie sich an die einzelnen Anwendungsszenarien anpassen und wesentlich intuitiver zu bedienen sind. Anders gesagt ist Fiori eine Art Baukasten, mit dem sich einfach UIs schaffen lassen, die an die individuellen Bedürfnisse der Anwender angepasst sind und trotzdem nach dem gleichen Prinzip arbeiten. Ein weiterer Vorteil, gerade in einer Welt, die immer mobiler wird: Die Oberflächen passen sich an verschiedene Endgeräte an. Unabhängig davon, ob man mit Desktop, Laptop, Tablet oder Smartphone arbeitet: Die mit Fiori designten Oberflächen passen sich an.

Jemand, der sich bei Cerner intensiv mit dieser neuen Lösung beschäftigt, ist mein Kollege Heiko Dierking, der als Consultant für Business Intelligence-Lösungen tätig ist. Er ist gerade dabei, zusammen mit Kunden Anwendungsszenarien zu entwickeln und umzusetzen, die die neuen Möglichkeiten von Fiori ausnutzen. Erste Projekte befassen sich zum Beispiel mit Anwendungen für ein Entlassmanagement-Dashboard, der Analyse von Prozessen oder dem Pflegecontrolling. Nachdem Fiori browserbasiert ist und auf bestehenden SAP-Standardanwendungen aufsetzt, lassen sich mit überschaubarem Aufwand individuelle Anwendungen erstellen, die auf alle Daten in der SAP-Datenbank direkt zugreifen können. Für Krankenhäuser, die individuelle und vor allem releasesichere Dashboards und Anwendungen für ihre SAP-Anwendungen erstellen wollen, ist Fiori ein Baukasten, der wohl wenige Wünsche offenlässt: Es wird in der Regel keine zusätzliche Hard- oder Software benötigt, zusätzliche Lizenzen fallen für Fiori nicht an und mit wenig Aufwand lassen sich in nahezu allen SAP-basierten Anwendungen individuelle Apps erstellen – von der Business Intelligence bis hin zu den klinischen Anwendungen.

Individuelle Lösungen für die operative Anwendung von BI

Gerade im Bereich Business Intelligence eröffnen sich damit neue Möglichkeiten, die Heiko Dierking mit unseren Kunden gerade auslotet: Während klassische out-of-the-box BI-Lösungen eher auf strategische Anforderungen ausgerichtet sind, lassen sich mit Fiori– nicht zuletzt aufgrund des direkten Zugriffs auf aktuelle Daten – vor allem operative Szenarien umsetzen.

In Zukunft werden sich mit Hilfe von Fiori die SAP-Anwendungen und Oberflächen mehr an den Anwender und dessen Bedürfnisse anpassen lassen. Adieu voller Werkzeugkasten – willkommen aufgabenspezifischer Werkzeugsatz.

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