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Stefan Radatz

von Cerner Corporation
veröffentlicht am 08.02.2019

Deutschland ist bei der Digitalisierung aufgewacht. Sind es die Initiativen der Bundesregierung, die gesetzlichen Auflagen oder die Erkenntnis, dass IT helfen kann, Hürden zu überwinden? Auf jeden Fall investieren die Krankenhäuser zunehmend in die IT. Stefan Radatz, General Manager Central & Eastern Europe und nun auch Geschäftsführer Cerner Deutschland rät, auch in schwierigen Zeiten zu investieren.


In den letzten Jahren hat Cerner die Krankenhäuser immer wieder ermutigt, sich auf die digitale Reise zu begeben. Wo sind die Krankenhäuser zwischenzeitlich angekommen?

In vielen persönlichen Gesprächen bei Kundenbesuchen oder unseren Kundenveranstaltungen konnte ich erleben, dass tatsächlich so etwas wie ein „Digitalisierungsschub“ in der Krankenhauslandschaft begonnen hat. Viele Kliniken haben verstanden, dass die Grundlage für eine qualitativ hochwertige und gleichzeitig ökonomische Patientenversorgung darin liegt, Informationen in elektronischer Form zu sammeln und zugänglich zu machen. Dazu haben sicher auch die gesetzlichen Vorgaben der Telematikinfrastruktur, des Entlassmanagements und konkret vor allem die Aufgabe, einen Medikationsplan drucken zu können, beigetragen. Das reicht aber nicht aus, um die Versorgung wirklich nachhaltig zu verbessern.

Wieso reicht es nicht aus?

Bisher erfolgt kaum eine elektronische Kommunikation zwischen Krankenhäusern oder mit den Akteuren in vor- und nachgelagerten Prozessen der Patientenversorgung. Die Telematikinfrastruktur ermöglicht aktuell einen Datenaustausch nur in einem sehr engen Rahmen und viele Pilotprojekte sind nicht weitergeführt worden, mit der Begründung, man müsse auf die Telematikinfrastruktur warten.

Aus unserer Sicht ist aber für eine verbesserte Versorgung entscheidend, dass vorhandene Daten analysiert und daraus neue Informationen gewonnen werden können. Wir sprechen hier von „Smarter Care“, also einer intelligenten Nutzung von Daten zu Gunsten der Patienten. Eine wichtige Grundlage für die intelligente Nutzung besteht darin, dass Daten zwischen Systemen nicht nur ausgetauscht, sondern auch „verstanden“ werden können. Dies erfordert nicht nur den Einsatz standardisierter Formate, sondern auch die Verwendung einer über Systemgrenzen hinaus verständlichen und standardisierten Semantik (ICD, LOINC, SNOMED, um nur einige gängige Nomenklaturen zu nennen). Cerner verfügt zu diesem Zweck bereits über Lösungen und wir führen diese in und außerhalb von Europa erfolgreich ein.

Um unseren Kunden Lösungen zu bieten, mit denen sie schon jetzt von den Vorteilen einer Standardisierung profitieren können, haben wir das Cerner Ecosystem gegründet. Ausgewählte Partner werden eng und möglichst konform zu internationalen Standards an unsere KIS-Lösungen angebunden. Dadurch können unsere Kunden mit geringem Aufwand, geringen Risiken und überschaubaren Kosten die ersten Schritte zu einer übergreifenden IT-Infrastruktur machen.

Können Sie konkrete Beispiele nennen?

Nehmen wir zum Beispiel die Anwendung m.Doc. Damit sind die Patienten in der Lage, schon außerhalb der Klinik Daten für den späteren Behandlungsverlauf zu erfassen oder auch während bzw. nach der Behandlung ein persönliches Tagebuch zu führen. Durch unsere Einbindung ist der Arzt schon beim Erstkontakt informiert.

Ein weiteres Beispiel ist unsere Lösung für Infektionsprävention und Surveillance, KaPITO IPSS, die aus unterschiedlichen Informationsquellen Daten sammelt, die dazu beitragen, Infektionen oder eine Sepsis frühzeitig zu erkennen und eine entsprechende Diagnostik zu unterstützen und so zu helfen, die passende Therapie einzuleiten.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Unterstützung des „digitalen Arbeitens“ im Routinebetrieb auf Station. Eine mobile Vitalwerterfassung auf Station in Zusammenarbeit mit unserem Partner Welch Allyn beispielsweise spart erheblich Zeit und vermeidet Fehler in der manuellen Übertragung in die Kurve.

Wo führt der Weg der Smarter Care hin?

Im ersten Schritt geht es darum, das medizinische Personal mit validen Informationen zu versorgen, von Routinearbeiten zu entlasten und vor allem den Patienten enger in die Behandlung einzubinden. Das Cerner Ecosystem ist im Grunde ein Abbild des Informationsflusses und der Informationsverarbeitung im Behandlungsprozess, der Versorgungsgrenzen überwindet und das medizinische Personal bei seiner Arbeit noch besser unterstützen soll – über die Grenzen des Krankenhauses hinweg.

Und wenn der Weg unserer Kunden sie zur DMEA oder unseren Kundenveranstaltungen wie den Krankenhaustagen in St. Wolfgang oder dem International i.s.h.med live in Berlin führt, können sie live unsere Lösungen erleben und sehen, wie wir mit ihnen und unseren Partnern die Zukunft gestalten; basierend auf einer langjährigen Erfahrung, wie das 25-jährige Jubiläum von i.s.h.med zeigt, das wir dieses Jahr begehen. Meine Kollegen und ich freuen uns sehr, mit unseren Kunden persönlich über „Smarter Care, Better Outcomes, Healthier You“ zu diskutieren.