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von Cerner Corporation
veröffentlicht am 29.04.2021

Das Klinikum Esslingen am Neckar schreitet bei der Digitalisierung seiner klinischen Prozesse entschieden in großen Schritten voran. Im Zentrum steht die digitale Patientenakte mit i.s.h.med ‒ in drei Projektphasen soll diese in Esslingen bis 2023 ausgerollt werden. Dabei zählt man auf tatkräftige Unterstützung durch den Partner Cerner.

Eine medizinisch und pflegerisch hochwertige Patientenversorgung: So formuliert das Klinikum Esslingen, ein Haus der Zentralversorgung vor den Toren Stuttgarts, bereits seit Jahren mit Erfolg seinen Anspruch als Qualitätskrankenhaus für die 1.800 Beschäftigten und rd. 140.000 ambulanten und stationären Patientinnen und Patienten pro Jahr. Um das hohe Versorgungsniveau auch in Zukunft halten zu können, muss jetzt dringend und umfassend in die Digitalisierung der klinischen Kernprozesse investiert werden, stellt Matthias Ziegler fest. Ziegler ist seit Februar 2020 Geschäftsführer am Klinikum Esslingen. „Nach dem erfolgreichen Kick-off für das ‚Projekt Patientenakte‘ im Dezember 2020 geht es jetzt bereits in die Umsetzung der ersten Projektbausteine.“ Damit befindet sich das Digitalisierungsprogramm am Klinikum Esslingen voll im Rahmen eines ehrgeizigen Zeitplans ‒ und das, obwohl die gewaltigen Herausforderungen durch Covid-19 im letzten Jahr die Vorbereitungen massiv erschwert hatten. Michael Hedtrich, Kaufmännischer Direktor des Klinikums, fügt hinzu: „Die Pandemie hält uns, wie viele andere Krankenhäuser auch, weiterhin enorm auf Trab, von der Planung und Verteilung der Intensivbetten über die adäquate Patientenversorgung bis zur Organisation der Impfungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Doch der Verwaltungschef ergänzt: „Mithilfe des etablierten, tief in die SAP-Umgebung integrierten klinischen Informationssystems i.s.h.med® unseres Partners Cerner behalten wir auch unter den gegenwärtigen Herausforderungen stets den Überblick.“

Matthias Ziegler
Geschäftsführer am Klinikum Esslingen

Michael Hedtrich
Kaufmännischer Direktor am Klinikum Esslingen


Papierorientierte Abläufe stellen ein enormes Organisationshindernis in einem modernen Krankenhaus dar. Gerade deswegen ist das „Projekt Patientenakte“ im Klinikum Esslingen im Jahr 2021 an die erste Stelle gerückt. Hierbei zählt die Geschäftsführung fest auf die Unterstützung durch das Team von Cerner, das nicht erst bei der Implementierung der Prozesse, sondern schon im Vorfeld eng eingebunden ist ‒ etwa wenn es darum geht, Prozesse auf den Prüfstand zu stellen, sie auf ihre Digitalisierungstauglichkeit hin zu untersuchen und die Mitarbeiter bei den anstehenden Veränderungen mitzunehmen.

Akzeptanz steht und fällt mit den Mitarbeitern

„Durch die digitale Transformation soll unsere Kernleistung – die Behandlung der Patienten – weitestgehend von Papier unabhängig werden, um durchgängige, abteilungsübergreifende Arbeitsprozesse anzustoßen und künftig umfassend zur Verfügung stehende Daten für eine Verbesserung der Patientenversorgung nutzen zu können. Von diesem umfassenden Digitalisierungsprojekt einer arztgeführten Patientenakte ist daher letztlich jeder Prozess betroffen“, erklärt Michael Hedtrich. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Mitarbeiter, sind es doch sie, die mit den täglichen Routinen besonders vertraut sind. Auf ihre Kooperation ist man also angewiesen, wenn es darum geht, dass digitale Prozesse Tätigkeiten erleichtern, dabei aber gleichzeitig komfortabel und sicher sein sollen ‒ sei es mit einer durchgängig digital unterstützten Medikationsplanung oder einer umfassenden Pflegeprozessdokumentation, eine der Kernfunktionalitäten der digitalen Patientenakte in i.s.h.med. Im Klinikum Esslingen ist allen Beteiligten klar, dass „es sich nicht nur um eine 'Übersetzung' der bisherigen Abläufe in eine elektronische Form handelt“, wie Michael Hedtrich es ausdrückt. Vielmehr muss jeder Prozess gleichzeitig auf Funktionalität überprüft werden. Darin sind sich Ziegler und Hedtrich mit stv. Pflegedirektorin Katharina Grjasin und dem Leitenden Oberarzt der Hämatologie und Onkologie, PD Dr. Swen Weßendorf, einig. Haik Rothbart, Senior Projektmanagerin bei Cerner, und ihr Kollege Andreas Krüger setzen in Esslingen deshalb auch auf mehrere Schwerpunkte im anstehenden Veränderungsprozess. Zum einen gilt es, die notwendigen Veränderungen, die sich aus der Einführung der IT-Lösungen ergeben, zu nutzen, um alle Arbeitsprozesse im Klinikum konsequent an einem patientenorientierten Behandlungsablauf auszurichten. Gleichzeitig soll i.s.h.med in Esslingen bereits auch auf künftige Anforderungen ausgerichtet werden ‒ Treiber sind hier die Entwicklung hin zur Nutzung von Cloud-Services oder die Einbindung von Künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen. Um beide Aspekte im Auge zu behalten und voranzubringen, nutzt man bei Cerner das iterative Krankenhausprozessmodell i.s.h.med Model System, das Kliniken dabei unterstützt, ihre Bestandslösungen zu optimieren und die eigene Krankenhaus-IT in den kommenden Jahren entsprechend der technologischen Anforderungen weiterzuentwickeln.
Einen weiteren Schwerpunkt setzt das Team aus Geschäftsleitung, Cerner Projektmanagement und IT-Verantwortlichen in Esslingen auf die Einbindung von Key-Usern. Diese stellen die Verbindung zwischen der IT und den Anwendern auf Station her. So kommt ihnen als erste Ansprechpartner für Kolleginnen und Kollegen im eigenen Fachbereich eine entscheidende Rolle beim Einführungsprozess zu. Diese Key-User sind es schließlich auch, die als erste in neuen i.s.h.med -Funktionalitäten geschult werden.

In drei Projektphasen zum voll-digitalen Qualitätskrankenhaus

Im Klinikum Esslingen fällt das in i.s.h.med umgesetzte „Projekt Patientenakte“ mit den Plänen einer umfassenden Gebäudesanierung und der Modernisierung der apparativen Ausstattung zusammen. Das ist Chance und Herausforderung zugleich. Eine gute Planung ist in Esslingen daher wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Projektverlauf. Das Vorhaben, bis 2023 projektiert, setzt sich im Wesentlichen aus drei Phasen zusammen.

Abbildung: Projektplan Variante

 

Auf die initialen „Quick wins“ mit schnellen Erfolgen …

Nach einer dezidierten Bestandsaufnahme werden in der ersten Projektphase zunächst Lösungspakete etabliert, die einen schnellen Nutzen bringen sollen. Diese sogenannten „Quick wins“ umfassen mehrere Teilprojekte wie die Arztbriefschreibung, die OP-Planung/-Dokumentation sowie die Verlaufs- und die Wunddokumentation. Ziel ist eine hohe Informationsverfügbarkeit, indem ein schneller Zugriff auf relevante Daten ermöglicht wird und standardisierte Prozesse, z. B. für eine einheitliche Arztbriefschreibung, etabliert werden. In dieser ersten Phase erfolgt darüber hinaus die Anpassung an das klinische Arbeitsplatzsystem. Neben der Digitalisierung der klinischen Basisprozesse geht es am Klinikum Esslingen in dieser Phase ebenfalls um die Einrichtung von Schnittstellenfunktionalitäten und um die künftige Anbindung von Subsystemen an i.s.h.med ‒ das es als flexibles KIS beispielsweise ermöglicht, Daten aus dem präklinischen Bereich medienbruchfrei in das klinische System zu übernehmen.

… folgt die konsequente Digitalisierung aller klinischen Kernprozesse in i.s.h.med

In Projektphase zwei und drei steht für das Projektteam in Esslingen die Digitalisierung weiterer Prozesse an, darunter der Medikationsprozess. Mit ihm soll die wirksame, sichere und wirtschaftliche Arzneimitteltherapie aller Patienten im Krankenhaus sichergestellt werden. Cerner unterstützt den Medikationsprozess in i.s.h.med hin zu einer künftigen Closed-Loop-Medikation ‒ von der Aufnahme bis zur Dokumentation der Verabreichung und der Übergabe in den Entlassprozess. Mit einem digitalisierten Medikationsprozess soll das klinische Personal in Esslingen künftig in der täglichen Routine unterstützt werden, indem Patientendaten und pharmazeutisch-medizinische Informationen in einen Kontext gesetzt werden. So können beispielsweise bei der Einnahme mehrerer Arzneimittel durch einen Patienten schon im Vorfeld etwaige Unverträglichkeiten ermittelt werden. Auch geht es in Phase zwei um den Ausbau der Pflegeprozessdokumentation, einer Kernfunktionalität der digitalen Patientenakte in i.s.h.med. Alle relevanten Anwendungen der Patientenakte werden im Rahmen von Teilprojekten schrittweise eingerichtet und bauen zum großen Teil aufeinander auf. Mit einer durchgängig digitalen Pflegeprozessdokumentation verspricht man sich in Esslingen für das Pflegepersonal künftig eine deutliche Zeitersparnis, wenn Pflegepläne einfach und mit wenigen Klicks erstellt oder aus Voraufenthalten übernommen sowie tägliche Arbeitslisten automatisch generiert werden können. Darüber hinaus gewährleistet eine strukturierte Pflegeprozessdokumentation eine sichere Dokumentation, indem die pflegerische Versorgung von Patienten nachvollziehbar und lückenlos hinterlegt wird. Auch werden damit Ärzte und Pflegepersonal beim berufsgruppenübergreifenden Arbeiten unterstützt.
Mehr Zeit für den Patienten durch eine schnelle und hohe Verfügbarkeit von Informationen und gleichzeitig mehr Sicherheit in der Behandlung, Pflege und Entscheidungsunterstützung im anspruchsvollen klinischen Alltag ‒ dies sind wesentliche Aspekte, die die Digitalisierung rund um das Patientenwohl am Klinikum Esslingen vorantreiben.

 

Abbildung: Projekt-Organisation Esslingen

 

Das Ziel: HIMSS-EMRAM-Level 6

„Der Stand der Digitalisierung im Klinikum Esslingen entspricht heute in etwa dem bundesweiten Durchschnitt. Nach dem HIMSS-EMRAM-Score ‒ einem Modell, mit dem der Digitalisierungsgrad von Krankenhäusern gemessen wird ‒ bewegen wir uns zwischen den Stufen 2 und 3. In Deutschland existiert derzeit kein Krankenhaus, das die höchste Stufe 7 erreicht hat. Mit dem ‚Projekt Patientenakte‘ wollen wir bis Ende 2022 das Niveau der Stufe 6 erreicht haben. Damit ist das Klinikum auch bereits umfänglich für künftige Anforderungen vorbereitet, wie sie bereits jetzt durch das KHZG vorgegeben werden.“ Klinik-Geschäftsführer Matthias Ziegler und sein Kollege, Kaufmännischer Direktor Michael Hedtrich, wissen um die großen Ambitionen ihrer Ziele ‒ und sehen es sportlich entspannt. Für das Projekt „Patientenakte“ gilt: "Wir haben einen Plan, wir haben mit Cerner einen starken und erfahrenen Partner an unserer Seite und wir haben Mitarbeiter, die das Vorhaben unterstützen, weil sie darin eine gewaltige Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen erkennen. All das sind entscheidende Voraussetzungen, um ein solches Projekt erfolgreich zu stemmen.“ Das voll-digitale Krankenhaus ‒ im Klinikum Esslingen wird es in den kommenden Jahren Gestalt annehmen.

Text: Katharina Zeutschner, textwerker24

Fotos: ©Klinikum Esslingen