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von Cerner Corporation
veröffentlicht am 16.02.2024

Kennen Sie den Namen des ersten Menschen auf dem Mond? Richtig, Neil Armstrong. Wissen Sie, woher das erste elektronische Entlass-Rezept kam? Richtig, aus i.s.h.med.

Während Sie vermutlich bei der ersten Frage kaum gezögert haben, ist die Beantwortung der zweiten Frage fast nur etwas für Spezialisten. Neuigkeiten aus dem Umfeld der Telematikinfrastruktur (TI) haben es aufgrund der Komplexität des Themas schwer, es in die Schlagzeilen zu schaffen. Stellen Sie sich bitte mal zwei Überschriften vor. „ChatGPT schafft US Mediziner-Examen“ und „Neues Feature eines E-Rezept-Workflows unter der Steuerungshoheit des verordnenden Leistungserbringers für die Fachanwendung E-Rezept“. Welchen Artikel klicken Sie an? Sagen Sie nichts. 

Natürlich war das jetzt etwas überspitzt, aber im Kern stimmt es doch. Es gibt einige Bereiche der Digitalisierung, die erfordern einen immensen Aufwand, schon in der Abstimmung und den konzeptionellen Vorüberlegungen. Führen dann aber zu erheblichen Arbeitserleichterungen, schlankeren Prozessen, erhöhter Therapiesicherheit oder Erlössicherung. Und trotzdem werden diese Entwicklungen kaum einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. 

Lassen Sie uns versuchen, dies für die E-Rezept Direktzuweisung zu ändern. Denn darum geht es: Die Direktzuweisung von (elektronischen) Rezepten für Zytostatika-Zubereitungen vom verordnenden Krankenhausarzt an die hauseigene Apotheke. 

Um zu verstehen, was an diesem Prozess anders ist, lassen Sie uns kurz rekapitulieren, wie der Prozess beim E-Rezept normalerweise aussieht, also im Regelprozess. Im KIS (dem klinischen Informationssystem) erfolgt die Erstellung der Verordnung durch den Arzt. Nach der Signatur mithilfe der qualifizierten Elektronischen Signatur (QES) wird das Rezept in den E-Rezept Fachdienst der TI eingestellt. Abschließend kann durch die vom Versicherten gewählte Apotheke die Dispensierung an den Versicherten oder einen Vertreter erfolgen. 

Bei der Direktzuweisung von Zytostatika-Verordnungen geht es um die Kommunikation zwischen dem Krebstherapeuten und „seiner Apotheke“: Auf Basis eines Therapieplans erfolgt die Zubereitung, Rezeptverordnung und anschließende Abrechnung in der hauseigenen Apotheke. In diesem speziellen Prozess darf ein E-Rezept direkt vom verordnenden Leistungserbringer an die abgebende Apotheke zugewiesen und übermittelt werden. 

Aber der (Prozess-)Teufel steckt meistens im Detail, warum sollte es hier anders sein. Deshalb hat Oracle Cerner intensiv mit Kunden und mit der gematik zusammengearbeitet, um sowohl den Prozess als auch das Zusammenspiel der Anwendungen zu spezifizieren. Als Ergebnis ist ein Implementierungsleitfaden entstanden, den auch andere „Primärsystemanbieter“ als Orientierung nutzen können. 

Durch die Digitalisierung des Prozesses können Effizienz und Geschwindigkeit der Medikamentenversorgung erheblich verbessert und nebenbei auch ein wesentlicher Beitrag zur Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) geleistet werden. Die Übermittlung von Informationen erfolgt über den sicheren Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen). Der digitale Prozess trägt außerdem dazu bei, Erlösverluste zu vermeiden. 

Die gematik auf der einen Seite und Oracle Cerner in Zusammenarbeit mit Kunden auf der anderen Seite haben wichtige Vorarbeiten geleistet, sodass die Pilotierung einer entsprechenden Produktlösung für das Frühjahr in den Startlöchern steht. 

Die Vorteile liegen auf der Hand, hier nur ein paar Beispiele:

  • Es können Informationsverluste vermieden werden.
  • Das Personal kann effektiver eingesetzt werden, wichtig gerade bei dem Mangel an qualifizierten Fachkräften im Krankenhaus.
  • Transportwege und manuelle Schritte (z.B. mittels digitalisiertem Signaturprozess) können eingespart werden.
  • Es müssen Daten nicht mehr händisch übertragen werden.
  • Die Digitalisierung kann zur Reduktion des Arzneimitteltherapierisikos beitragen.
  • Und letztendlich kann mit diesen Lösungen der Zytostatika-Abrechnungsprozess sicherer, effizienter und teilautomatisiert gestaltet werden.

Auch dies ist wieder ein exzellentes Beispiel für die Vitalität der in Deutschland eingesetzten Oracle Cerner Lösungen sowie auch dafür, wie wichtig es ist, Prozesse „Ende zu Ende“ zu denken, gerade unter frühestmöglicher Einbeziehung von Anwendern und anderen Stakeholdern. Damit sind die Erweiterungen der TI-Use Cases wichtige Bausteine der digitalen Transformation im deutschen Gesundheitswesen. Und Oracle Cerner ist ein Teil davon. 

Hier geht es zum ersten Teil der Blogserie zu i.s.h.med.