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von Norbert Neumann
veröffentlicht am 11.06.2018

Der kontinuierliche Ausbau der IT im Ordensklinikum Elisabethinen Linz hat sich ausgezahlt

Neulich unterhielt ich mich mit Frau Perndl. Sie ist Diplom-Ingenieurin und hat mit ihrem Team das KIS des Ordensklinikum Elisabethinen in Linz aufgebaut, das Anfang des Jahres mit HIMSS EMRAM Stufe 6 ausgezeichnet wurde. Ihre Geschichte ist ein schönes Beispiel für die Evolution der Krankenhaus-IT und welchen Nutzen man durch eine zielgerichtete kontinuierliche Entwicklung daraus generieren kann.

 

 

Die vorausschauende Entscheidung für das richtige KIS

Ende der 1990er Jahre kam Frau Perndl als Projektleiterin an das Ordensklinikum Elisabethinen. Sie sollte dort SAP IS-H als Administrativsystem einführen. Wie in der damaligen Zeit üblich, lag auch hier der Schwerpunkt des KIS-Systems auf der Unterstützung der Verwaltung. Und so bestand die klinische Komponente lediglich aus einer Access-Datenbank, die sich – wen wundert es – in der Folge standhaft weigerte, an die SAP-Basis sauber angebunden zu werden und mit ihr Daten vollständig und fehlerfrei auszutauschen. Nicht zuletzt deswegen entschied man sich kurze Zeit später (nämlich 2001) dafür, mit i.s.h.med® ein klinisches Arbeitsplatzsystem einzuführen. Seinerzeit gab es viele kleine und mittelgroße KIS-Anbieter auf dem Markt. Klinische Systeme steckten noch in den Kinderschuhen. Die Vielfalt auf dem Markt war also deutlich größer als heute. Trotzdem entschied man sich in dem 460-Betten-Haus für ein vergleichsweise komplexes System mit viel Ausbaupotenzial. Neben der tiefen Integration in SAP spielten dabei vor allem die Anwender eine Rolle: Sie hatten schon längst erkannt, dass IT ihnen in vielen Bereichen das Leben erleichtern kann. Und sie wollten deswegen eine Infrastruktur, die so schnell nicht an ihre Grenzen stoßen würde.

Gegen den Trend: Eine schlanke, einheitliche Infrastruktur

Ich habe diese Zeit um die Jahrtausendwende selber im Krankenhaus erlebt. Umso erstaunlicher finde ich die Weitsicht, die hier an den Tag gelegt wurde. Denn KIS-Systeme waren damals weit davon entfernt, komplexe Prozesse zu unterstützen oder gar Entscheidungsunterstützung zu bieten. In vielen Häusern standen sie beim medizinischen Personal eher als Synonym für Verwaltungsarbeit. Im Elisabethinen sah man da schon weiter. Und Frau Perndl und ihr Team bauten in den kommenden Jahren das KIS immer weiter aus: Stets orientiert an den Bedürfnissen der Anwender und vor allem so einfach gehalten wie möglich. Während in vielen Krankenhäusern ein Wirrwarr aus Subsystemen und Eigenentwicklungen entstand, blieb man im Ordensklinikum Elisabethinen einer Linie treu: Was in i.s.h.med abgebildet werden kann, wird in i.s.h.med abgebildet. Zwar gab es auch Eigenentwicklungen. Aber auch hier zahlte sich die Wahl des richtigen KIS aus. Denn durch seine Integration in SAP konnten eigene Programmierungen einfach und releasesicher in das Gesamtsystem eingebunden werden. Und durch die räumliche Nähe zu den Entwicklern des KIS – i.s.h.med wird zu einem großen Teil in Österreich entwickelt – konnten auch wichtige Impulse und Informationen ausgetauscht werden. Zum Beispiel als 2016 die neue Fieberkurve durch den Betatest im Ordensklinikum Elisabethinen lief und dort nicht nur auf Herz und Nieren geprüft, sondern auch durch die Erfahrungen im Alltagsbetrieb entscheidend verbessert werden konnte, bevor sie allgemein eingeführt wurde.

Die Einführung der Fieberkurve war dann auch der vorläufige Schlusspunkt der Digitalisierung am Ordensklinikum Elisabethinen. Man hatte im Laufe der Jahre ein anwenderorientiertes und doch schlankes KIS geschaffen, das schon längst nicht mehr nur der Verwaltung dient, sondern die Planung, Durchführung und Dokumentation von Diagnostik und Therapie unterstützt. Dass dadurch der HIMSS EMRAM Stage 6 – die zweithöchste Stufe – erreicht wurde, zeigt, wie weit der KIS-Ausbau am Elisabethinen gediehen ist und wie praxisnah er gestaltet wurde. Ein Grund, stolz auf die geleistete Arbeit zu sein. Zumal die Klinik das erste i.s.h.med-Haus im deutschsprachigen Raum ist, das diese Auszeichnung erhalten hat.

Wichtiger als HIMSS EMRAM Stage 6: Gerüstet zu sein für die Zukunft

Doch eines ist noch wichtiger: Nämlich, dass das Ordensklinikum Elisabethinen damit nicht nur ein Zeichen setzt, wie eine IT-Infrastruktur die Arbeit am Patienten verbessern kann, sondern auch zeigt, dass auch mittelgroße Häuser die Zukunft mitgestalten können, wenn sie konsequent ihren IT-Ausbau betreiben. Führt man sich vor Augen, wohin die Healthcare-IT sich gerade bewegt, nämlich zu Ecosystemen, in denen die Komponenten des KIS nicht nur immer intelligenter werden, sondern über alle Bereiche des Krankenhauses hinweg symbiotisch miteinander interagieren, befindet sich das Ordensklinikum Elisabethinen in einer ausgezeichneten Ausgangsposition.

Es wird höchste Zeit, dass andere Krankenhäuser diesem Beispiel folgen. Nicht, um Auszeichnungen zu erringen, sondern um ihrem Personal die Möglichkeit zu geben, Patienten bestmöglich zu behandeln.


„Wir sind als eines der wenigen Krankenhäuser im deutschsprachigen Raum durchgängig digitalisiert. Dabei ist unsere Strategie seit der Einführung unseres KIS i.s.h.med® von Cerner Integration: Alle Funktionen, die in i.s.h.med abbildbar sind, werden in diesem System implementiert. Dass wir als erstes Krankenhaus in Österreich mit der HIMSS EMRAM Stufe 6 ausgezeichnet wurden, ist für unsere tägliche Arbeit Anerkennung und Ansporn zugleich.“

Zitat von: Claudia Perndl, CIO, Leiterin der Abteilung für Informations- und Kommunikationstechnologie und Organisation, Ordensklinikum Linz GmbH Elisabethinen


Foto: © Ordensklinikum Linz GmbH Elisabethinen

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