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von Norbert Neumann
veröffentlicht am 25.07.2017

Die österreichische KAGes setzt ihre Digitalisierungsstrategie konsequent um

Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes) in Österreich ist mit 23 Standorten einer der größten Gesundheitsdienstleister in Österreich mit einem Spektrum, das von Universitätskliniken über regionale Schwerpunktkrankenhäuser bis hin zu Pflegeheimen reicht. IT hat in dem Verbund eine strategische Bedeutung und genießt bei den Anwendern eine hohe Akzeptanz. Neben einem einheitlichen patientenführenden System auf Basis von i.s.h.med® von Cerner spielt auch Vernetzung eine erhebliche Rolle. Das Hauptaugenmerk liegt bei der Umsetzung immer auf dem Nutzen für den Patienten, weswegen auch für die Zukunft Anwendungsszenarien geplant sind, die aus den gesammelten Informationen eine verbesserte Versorgung ermöglichen sollen.

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Mit 23 Standorten ist die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H.(KAGes) ein Gesundheitsdienstleister, der mit Universitätskliniken, regionalen Schwerpunktkrankenhäusern und Pflegeheimen ein breites Spektrum und ein großes Versorgungs- gebiet abdeckt. Um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, eine hochwertige Gesundheitsversorgung zu leisten, ist eine reibungslose und schnelle Kommunikation ein Schlüsselelement. Nicht zuletzt deshalb hat die IT in der KAGes nicht nur einen hohen, sondern einen strategischen Stellenwert.

IT als strategische Komponente

„Unsere Informationsmanagement-Strategie ist ein Teil der Unternehmensstrategie. Für einzelne Unternehmensziele ist sie gar entscheidend: Ein definiertes Unternehmensziel der KAGes ist die Verbesserung der integrierten Versorgung und der extramuralen Zusammenarbeit“, erklärt Dr. Markus Pedevilla, Leiter Medizininformatik und Prozesse der KAGes. Für ihn macht Digitalisierung im Gesundheitswesen nur Sinn, wenn der digitale Austausch strukturierter Daten zu einem Mehrwert führt.

Eine Grundlage dafür ist eine möglichst standardisierte Softwarebasis innerhalb des Verbunds. „Wir haben ein patientenführendes KIS für alle 23 Spitäler. Mit unserem KIS openMEDOCS, das auf SAP for Healthcare und i.s.h.med® von Cerner basiert, haben wir ein einheitliches, standardisiertes und integriertes System für die medizinische und pflegerische Dokumentation für alle Spitäler im Einsatz. Auch die medizinische Spezialdokumentation, die zum Teil in medizinischen Subsystemen stattfindet (z. B. Labor, Intensivstation oder Endoskopie), wird über unseren Integrationsserver ins KIS eingebunden“, fasst Dr. Pedevilla die IT-Strategie der KAGes zusammen.

Diesem Paradigma einer einheitlichen Softwarebasis mit möglichst wenigen Subsystemen haben sich auch neue IT-Projekte zu unterwerfen. Eine einheitliche technische Basis darf aber nicht auf Kosten der Nutzerfreundlichkeit und Praktikabilität gehen. Deswegen werden bei neuen Projekten grundsätzlich schon frühzeitig die Anwender in Planung und Umsetzung eingebunden. Das schafft nicht nur praxis- orientierte und einheitliche Lösungen, sondern auch hohe Akzeptanz bei den Nutzern. Nicht zuletzt deswegen war die KAGes auch der erste Spitalsverbund in Österreich, der vollständig an die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) angebunden war. Das einheitliche KIS als Basis und die hohe Akzeptanz von IT als Arbeitsmittel bei den Anwendern erleichterte die Durchführung dieses Projekts erheblich.

Eine einheitliche IT-Basis und sinnvolle Vernetzung können Leben retten

Vernetzung – nicht nur in Form der ELGA, sondern auch innerhalb der KAGes selbst – ist für Dr. Pedevilla, neben möglichst einheitlichen Prozessen und Dokumentationen in einem einheitlichen KIS, der Schlüssel zu einer besseren Patientenversorgung. Denn auf diese Weise ist es möglich, schnell und sicher auf Fachwissen zuzugreifen, selbst wenn der entsprechende Mediziner weit weg ist: „Nehmen wir das Beispiel Teleneurologie für Stroke-Patienten: Unser Krankenhaus in Bad Aussee hat keine eigene Neurologische Fachabteilung. Bei Schlaganfallpatienten nutzt man hier zur frühzeitigen Abklärung der Diagnose und Therapiemöglichkeiten eine Teleneurologie-Lösung, über die man mit Neurologen im Krankenhaus Judenburg-Knittelfeld verbunden ist: Der diensthabende Arzt in Bad Aussee veranlasst eine Basisdiagnostik, die unter anderem bildgebende Verfahren sowie eine umfassende Anamnese und Untersuchung beinhaltet. Diese Daten werden online von einem neurologischen Facharzt im Krankenhaus Knittelfeld begutachtet und die Verdachtsdiagnose bestätigt oder korrigiert. Nach dem für Stroke-Patienten geltenden Paradigma ‚Time is Brain‘ kann ohne Zeitverlust die adäquate Therapie eingeleitet werden, die während eines eventuell notwendigen Transports in die Stroke-Unit des Krankenhauses Judenburg-Knittelfeld schon wirken kann. Die medizinische Fachdiskussion und auch eine visuelle Beurteilung des Patienten sind über eine hochqualitative Videokonferenzschaltung möglich. Die Ergebnisse des Stroke-Konsils werden von Neurologen sofort in der gemeinsamen elektronischen Patientenakte dokumentiert und stehen dem Behandlungsteam unmittelbar zur Verfügung. Das kann lebensrettend sein.“

Schnellere Abläufe, besser informierte Leistungserbringer

Auch in weniger dramatischen Fällen profitieren Patienten und medizinisches Personal von der einrichtungsübergreifenden Vernetzung. Nicht nur durch die Einbindung in die ELGA-Infrastruktur, sondern auch durch andere Anwendungen, die ein koordiniertes Arbeiten der Leistungserbringer ermöglichen.

Ein Beispiel dafür ist das Webportal für Health Professionals, das niedergelassene Ärzte oder Partnereinrichtungen als Befundportal oder zur Terminbuchung in ausgewählten Spezial-Ambulanzen der KAGes nutzen können. Damit entsteht ein Netzwerk aus Behandelnden, die jederzeit sicheren Zugriff auf relevante Informationen über die gemeinsamen Patienten haben und sich so schnell untereinander austauschen und koordinieren können. Doppeluntersuchungen können so vermieden werden, Behandlungsteams sind besser informiert und insgesamt kann der Behandlungsverlauf durch eine Beschleunigung der Kommunikation schneller gestaltet werden. Bei alldem steht für Dr. Pedevilla und seine Kollegen der Nutzen für den Patienten im Mittelpunkt: „Dem Patienten kommt vor allem zugute, dass aus einzelnen Behandelnden überhaupt erst einrichtungsübergreifende Behandlungsteams werden, die sich austauschen und somit ihre gemeinsame Expertise nutzen können.“

Mehr Nutzen aus den gesammelten Daten ziehen

Und die digitale Reise in der KAGes ist noch lange nicht zu Ende, denn Dr. Pedevilla hat noch viel vor: „Erstens wollen wir unsere Webangebote in Zukunft auch für unsere Patienten ausbauen. Auch Patienten sollen künftig direkten Onlinezugriff auf ihre Krankengeschichte haben. Lästige Telefonate und mühsame Anforderungsprozesse sollen unseren Patienten erspart bleiben, falls sie einmal einen Befund aus einem unserer Krankenhäuser für persönliche Zwecke brauchen. Zweitens sehen wir, dass sich über die Jahre in unseren digitalen Krankengeschichten ein sehr großer ‚Datenschatz’ angesammelt hat, den wir auch verstärkt nutzen möchten. Mit modernen Statistikalgorithmen und Methoden – das Stichwort heißt ‚Prediction‘ – wollen wir z. B. Frühwarnfaktoren bei Wiederaufnahmepatienten detektieren, um eventuell eine zu früh stattfindende Entlassung zu vermeiden. Wir untersuchen auch, ob z. B. aufgrund von gehäuften Komorbiditäten statistische Wahrscheinlichkeiten für beginnende demenzielle Erkrankungen berechnet werden können. Allerdings wissen wir natürlich, dass für all diese Untersuchungen eine entsprechende Datenqualität bei der medizinischen Dokumentation eine Grundvoraussetzung ist. Hier sind wir noch nicht am Ziel unserer Reise. Fakt ist, dass wir unsere digitale Reise fortsetzen wollen und müssen, wenn wir einerseits die Kooperation der Gesundheitsversorger stärken und andererseits das Potenzial unserer Daten nutzen wollen. Digitalisierung muss für den Patienten spürbar werden. Nur dann nützen wir die Chancen, die sie uns bietet, auch optimal.“

Info/Kontakt:

www.cerner.de

norbert.neumann@cerner.com

Foto: © KAGes

Buten un binnen – wagen un winnen

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von Norbert Neumann
11.06.2018
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von Norbert Neumann
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Was lösche ich und wenn ja, wieviel? – Was sich mit der DSGVO ändert

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